Deutsch

Auszug eines Reiseberichtes Juni 2010

Man wolle Hotelschulen im Norden und Osten errichten, haben die Regierungsplaner in Colombo versichert; aber auch, dass es für die nächsten Jahre Arbeitsvisa für Hotelpersonal aus dem Ausland geben solle.

Weiter südlich, in Arugam Bay, unserem letzten Halt an Sri Lankas neuen Badestränden, haben die Bewohner eine andere Vorstellung von Entwicklung. Die Bucht gilt als Traumziel für Surfer. Nach dem Tsunami sei dort, zwischen Wald und Mangroven, schon einmal ein Luxusresort geplant gewesen, erzählen Urlauber am Strand. Doch durch das Unglück der Überschwemmung fand eine besondere Gemeinschaft ansässiger Tamilen, Singhalesen und Muslime mit zugereisten Natur- und Wassersport-Freaks zusammen und verteidigte die einfachen Familienhotels und den Charme des Ortes gegen die drohende Konkurrenz. Für ihr Bemühen, auch die Armen in der Region am Einkommen aus dem Tourismus zu beteiligen und einen Teil der Einnahmen in den Erhalt der Mangroven zu stecken, bekam die Gemeinde 2007 einen Preis des Londoner World Travel Market.

In Arugam Bay werden Besucher nicht mit Jeeps, sondern hoppelnd mit dem Tuktuk zum Krokodilfelsen kutschiert, der hinter einem Dorf mit dem schönen Namen Panama in einen ruhig daliegenden See ragt. Grüngrün gehen Kulturlandschaft und Wildnis ineinander über. Man kann beobachten, wie Reisbauern und wilde Elefanten voneinander ebenso respektvollen Abstand wahren wie die wagemutigen Jungs mit ihren Fischernetzen und die Krokodile, die am Ufer lauern. Es beginnt zu dämmern, und in der Stille schießt der Satz wieder ins Gedächtnis, der auf dieser Reise mehr als einmal gefallen ist und jedes Mal erschrocken zurückgenommen wurde: Wenigstens habe der Krieg die Natur vor dem Tourismus bewahrt.

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German News Paper clip

Auf der Suche nach dem alten Ceylon

…im einst beliebten “Stardust” in Arugam Bay….

19. Dezember 2009, 06:12 Uhr

Wer jetzt die Insel im Indischen Ozean besucht, kann ihre unglaubliche Vielfalt in Ruhe genießen. Das wird sich aber wahrscheinlich schon bald ändern, hofft – und fürchtet – Bernd Schiller.

Kandy, die letzte Königsstadt, ist berühmt durch den Tempel inmitten des Milchsees, der einen Zahn Buddhas bergen soll.
Foto: Bernd Schiller

Der Blick aus dem ersten Stock des kleinen Hotels wird von üppigem Grün gefesselt. Nicht mal bis zum Meer reicht er, obwohl die sichelförmige Bucht mit ihrem tropischen Traumstrand nur rund hundert Meter entfernt ist. Zu eng hat sich das Dickicht der Palmen und Papayabäume, der Büsche und Blumen zwischen Hotel und Wasser geschoben: Bananen, Hibiskus, Frangipani, Bougainvillea, Orchideen, alle vor zwei, drei Jahren angepflanzt und Monate später dschungelartig explodiert.

Schon einmal hatte Christl Wildschek, die österreichische Besitzerin dieser gepflegten Ayurveda-Anlage im Süden der Insel, sich hier einen Garten Eden geschaffen. Das war im Dezember 2004, wenige Tage bevor im Paradies die Hölle ausbrach. Der Tsunami, der am 2. Weihnachtstag vor fünf Jahren rund um den Indischen Ozean Hunderttausende tötete, spülte auch ihr neues Haus fort und, weitaus schlimmer, die Existenzgrundlagen unzähliger Menschen an fast allen Küsten Sri Lankas. Christl Wildschek packte an, half, wie so viele aus dem Ausland, ließ Schulen wieder aufbauen und ein Waisenhaus errichten.

Im Herbst 2006 eröffnete sie ihr “Austrian Ayurveda Resort”. Aber dann schossen und bombten tamilische Rebellen und die Regierungstruppen diese traumhaft schöne Insel wieder alle paar Wochen in die Schlagzeilen der Weltpresse. Da nützte es wenig, dass der langjährige Bürgerkrieg, der schon einmal, nach dem Waffenstillstand von 2002, überwunden geglaubt war, fast nur im abgelegenen Norden und im Osten tobte. Die Touristen, vor allem aus Deutschland, mieden Sri Lanka als Reiseziel. Nur das Prinzip Hoffnung hielt die meisten Einheimischen und das tapfere Häuflein der deutschen und österreichischen Hoteliers vor Ort aufrecht.

Die Fischer am Strand bei Bentota sortieren ihre farbenfrohen Netze. Hier an der Westküste lebt der Tourismus langsam wieder auf.

Foto: Bernd Schiller

Noch stehen, vor allem im Südwesten, Hunderte Tsunami-Ruinen unter den Palmen. Noch liegt Kriegsschrott an manchen Orten der touristisch nahezu unerschlossenen Ostküste. Noch nerven wichtigtuerische Polizisten an zu vielen Checkpoints. Und noch wollen selbst manche Einheimische dem Frieden, der im Mai ganz offiziell zwischen der Regierung und der tamilischen Terrortruppe LTTE geschlossen wurde, nicht so recht trauen. Zu frisch sind die Wunden. Aber zugleich macht sich immer mehr Optimismus bemerkbar. Sri Lanka, so wirkt es, lächelt wieder. Mit Macht und neuen Ideen will die schönste Insel des Indischen Ozeans zurück in die Kataloge, zurück in die Herzen ihrer früher so zahlreichen Stammgäste.

So freut sich etwa Nicole Wittersheim, Senior-Managerin für Asien bei Thomas Cook und Neckermann, über deutlich zweistellige Zuwachsraten in jedem Monat seit dem Kriegsende: “Vor allem Rundreisen sind plötzlich stark gefragt. Es scheint, als ob die Leute wieder neugierig auf das schöne Land hinterm Strand sind.” Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnungen deutlich herabgestuft.

Nimmt man nur die natürlichen Ressourcen, macht es kein anderes Tropenziel dieser Größenordnung – Sri Lanka ist gerade mal so groß wie Bayern – seinen Gästen so leicht: eine Landschaftsvielfalt, die auch Rundreisende beim zweiten und dritten Mal überwältigt, zahlreiche Strände von einer Schönheit, wie sie die Südsee, die Karibik oder auch Bali nur an sehr wenigen Orten zu bieten haben, dazu lebendige Stätten einer jahrtausendealten Kultur. Sri Lanka, frei übersetzt “das strahlend schön, königlich leuchtende Land”, verzaubert seine Besucher seit Marco Polos Zeiten, und Hermann Hesse geriet 1911 bei der Ankunft in Colombo ins Schwärmen: “Es ist das Paradies, wahrhaftig, es ist das Paradies …”

Er ist fast 90 Jahre alt: Kellner C.C. Kuttan hat im legendären Hotel “Galle Face” schon Könige und Prinzessinnen aus aller Welt bedient.

Foto: Bernd Schiller

In den antiken Ruinenstädten im heißen Herzen der Insel staunen die Gäste bis heute über gewaltige Kuppelbauten und anrührende Buddha-Statuen. Auf dem Weg dorthin oder in die Berge, vorbei an Wasserfällen, dichtem Dschungel und an einem Teeteppich, der weite Teile des Hochlands bedeckt, lebt noch das alte Ceylon. So hieß die Insel bis 1972, so heißt ihr weltberühmter Tee bis heute, und so nennen viele Alte ihr Land noch immer.

Zwar sind Arbeitselefanten, die bis vor wenigen Jahren beim Holztransport eingesetzt wurden, aus dem Straßenbild verschwunden, aber Wasserbüffel ziehen die Holzpflüge durchs Reisfeld, wie sie es immer taten. Hin und wieder hält noch ein Ochsenkarren die Autos auf der Landstraße auf. Und in den Dörfern schlingen sich die Männer einen Sarong um die schmalen Hüften, seien sie buddhistische Singhalesen, hinduistische Tamilen oder Moors, die muslimischen Einwohner der Vielvölkerinsel.

Die Suche nach dem alten Ceylon lässt sich auch im Katalog buchen (“Auf die feine englische Art das Leben der Teepflanzer von einst nachempfinden”) oder mit der Wahl entsprechender Hotels erfolgreich gestalten. Zum Beispiel im “Galle Face” zu Colombo, wo der Chefkellner eine Art Ikone ist. Beide sind legendär: das älteste Hotel Asiens, 1864 gegründet, dessen Veranda zum Sonnenuntergang der Kultplatz für alte Ceylonfreaks ist, und C.C. Kuttan, der kleine Mann, der in ein paar Wochen neunzig wird und sich gleichwohl jeden Morgen über fünf Kilometer aus seinem Viertel auf den Weg zur Arbeit macht, zu Fuß!

Seit gut sechzig Jahren bedient und begrüßt er die Gäste im “Galle Face”. Königen und Prinzessinnen aus aller Welt und dem Kaiser von Japan hat er die Tür geöffnet, der Aga Khan hat ihm ein besonders üppiges Trinkgeld gegeben; Lord Mountbatten, der Weltkriegsheld der asiatischen Schauplätze, Prinz Philip, Pandit Nehru und später dessen Tochter Indira Gandhi … Kuttan hat sie alle getroffen. William Holden, dem Hollywoodstar, hat er oft und gern den Whisky nachgeschenkt, als der hier während der Dreharbeiten zur “Brücke am Kwai” logierte.

Mancherorts verdrängt das moderne Sri Lanka das alte Ceylon zwar reichlich drastisch, aber nicht immer erfolgreich. So haben Investoren ins Zentrum von Kandy, der letzten Königsstadt, die berühmt ist durch den Tempel, der einen Zahn Buddhas bergen soll, ein Betonmonster gesetzt, eine Shopping-Mall, deren Läden auch nach einem Jahr noch nicht einmal zur Hälfte vermietet sind. Nebenan aber, auf dem bunten, lauten und sehr orientalischen Markt, tobt das Leben wie eh und je.

Volker Bethke, ein Hamburger, der früher als Kaufmann und Berater weltweit tätig war, kennt sie dort alle: Sunil, den schlitzohrigen Betelblattverkäufer, Abbas, den stillen Anbieter von Trockenfischen, Ajith, den Gewürzhändler, der immer den neuesten Klatsch erzählt. Volker Bethke führt in dieser Stadt, abseits vom Trubel und mit Traumblick auf den größten Fluss des Landes, seit 2003 das Hotel “Villa Rosa”, sechs Zimmer nur, rustikal eingerichtet und mit einer Philosophie ausgestattet, die ihm schon drei Gästebücher voller Komplimente eingebracht hat. Oft setzt er sich zu den Gästen und schlägt Ausflüge vor, ins Dorf der Trommler, ins Teemuseum, zu den Zeremonien im Tempel. Und natürlich immer wieder zu seinen Freunden auf den Markt.

Manchmal fährt der Hamburger an die Ostküste. Dort, im einst beliebten Hotel “Stardust” an der Arugam Bay, ist sein dänischer Freund Per Goodman im Tsunami umgekommen. Volker Bethke hat der Witwe geholfen, das Hotel wieder aufzubauen.

Noch liegt die Ostküste mit ihren wunderschönen Stränden im Windschatten des Aufschwungs, aber die Experten sind sich einig: Wenn der Frieden stabil bleibt, werden an den Buchten, die heute den Fischern, den Krabben oder den Kühen gehören, Millionenprojekte realisiert werden. Die Inder werden kommen, die Russen, ganz sicher die trinkfesten Surfer aus Australien. Nicht auszuschließen, dass dabei einiges vom Charme des alten Ceylon verloren geht.

Bis es soweit ist, setzen an-dernorts pfiffige Händler ganz bewusst auf die Deutschen. Herr Uditha aus Mirissa zum Beispiel hat seinem kleinen Shop, nicht weit vom frisch renovierten “Paradise Beach Club”, einen neuen Namen verpasst: “Aldi Mini Market”. Da verkauft er Tee, Gewürze und die Tüte Chips für den Fernsehabend im Hotel an Touristen. Das berühmte Lächeln der Insel gibt es dazu, gratis und im Dauerangebot.

An dieser Stelle ist ein deutsches mini Forum geplant, aber nur bei Interesse
Ein paar alte Pressestimmen in Deutsch sind bereits vorhanden, s. Link rechts (Navigation)
Eine Auswahl ist allerdings auch hier abgedruckt:

von VOLKER KLINKMÃœLLER

Es gibt immer wieder Menschen, die ihrer Zeit voraus sind. Wie den Briten Lee Blackmore, der sein Hotel in der Arugam Bay schon 1999 “Tsunami” benannt hat. Damals wussten die meisten noch gar nicht, was das überhaupt ist.

Oder auch der Gärtner des weiter hinten am Strand gelegenen Siam View Hotels: Am Morgen des 26. Dezember hatte sich der alte Mann gegen 8.45 Uhr erdreistet, hartnäckig alle Hotelgäste zu wecken, was angesichts der vorangegangenen, feuchtfröhlichen Weihnachtsparty kein besonders leichtes Unterfangen war. Doch der alte Mann hatte das an jenem Tag irgendwie merkwürdige Meer beobachtet. Er war überzeugt, dass großes Unheil nahte. Dies ließ dann mit bis zu 15 Meter hohen Flutwellen auch nicht mehr lange auf sich warten. Dank der Vorwarnung überlebten alle 165 Gäste, doch ringsherum gab es massenhaft Tote und Verletzte und nur noch eine einzige Trümmerwüste – wie fast an der gesamten Ostküste, die auf Sri Lanka am schlimmsten von der Naturkatastrophe betroffen war. Kaum zu glauben, dass es hier heute schon wieder Urlauber gibt.

Sie wohnen in den wieder hergerichteten Resten der Bungalowanlagen. Nicht wenige sind durch eine Mauer oder einen Sichtschutz von der umgebenden, bedrückenden Tristesse aus zerborstenen Mauern, Kloschüsseln und Palmen abgegrenzt. Und vielleicht wissen die meisten Gäste sogar, dass sie hier mitten auf einem Leichenfeld urlauben. Denn damals, als die Eile es geboten hatte, wurden viele Todesopfer ganz einfach direkt dort bestattet, wo man sie gefunden hatte. Aber die Besucher dieses Surferparadieses waren schon immer eine besonders hartgesottene Spezies, haben sich nicht einmal durch den Bürgerkrieg und die – in jüngster Zeit erneut angespannte – politische Lage vom Besuch der Region abhalten lassen. Und schließlich gibt es Zeichen der Hoffnung: das beste, erste und einzige Resort mit einem Swimmingpool hat schon wieder eröffnet. Und direkt am Strand ist aus Naturmaterialien eine ganze neue Generation zweigeschossiger Restaurants entstanden, die mit aller Gemütlichkeit, hübschem Meeresblick oder sogar einem Joint locken. Auch der erste internationale Surfwettbewerb ist hier wieder ausgetragen worden.

Verglichen mit den Fortschritten an der Westküste, wirkt dieser Neubeginn an der Ostküste eher bescheiden. Denn hier hat sich die touristische Infrastruktur schon prächtig von den Folgen des Tsunami erholt, obwohl die strandnahen Unterkünfte ganz unterschiedlich betroffen waren. Viele hatten einfach nur Glück, weil sie wie das legendäre Kolonialhotel “Mount Lavinia” im gleichnamigen Badeort auf einem Felsen erhöht schon immer über der tosenden See thronten. Andere wiederum blieben völlig verschont, weil die Fluten in eigenartigen Verwirbelungen die Küste entlangschwappten, so dass die eine Bucht schwer verwüstet wurde, während die benachbarte ohne Schäden davonkam. Auch gab es Schicksale wie das des gediegenen “Kani Lanka & Spa”-Resorts bei Kalutara. Das große, innovative Designerhotel hatte erst 48 Stunden vor dem Tsunami eröffnet und war schwer verwüstet worden. Nun empfängt es wieder Gäste, ohne dass auch nur der geringste durch die Naturkatastrophe entstandene Schaden zu sehen wäre.

Überhaupt sind bis hinunter in den Süden fast alle Hotels, Pensionen und Restaurants längst zum Normalbetrieb zurückgekehrt. Die großen, vor allem am traumhaft schönen Palmenstrand von Bentota konzentrierten Pauschalhotels haben ihre Gartenanlagen weitestgehend entsalzen. Die Beseitigung der Tsunami-Schäden wurde meist für eine verlockende Aufwertung ihrer Bungalows, Zimmer oder Suiten genutzt, was zum Teil sogar schon mit Belegungsquoten bis zu 70 Prozent belohnt wird. Die Preise sind nach dem Tsunami wider Erwarten nicht günstiger geworden. Das nach Indonesien am schlimmsten von der Tsunami-Katastrophe betroffene Land rechnet für die angelaufene Hochsaison sogar mit einem neuen Besucherrekord!

Obwohl traditionelle Reisemärkte wie Deutschland erst langsam auf den Vorjahresstand zurückkehren, verzeichnet die offizielle Besucherstatistik des Landes von Januar bis September bereits ein Wachstum um 8 Prozent, sodass die Zahl ausländischer Touristen für 2005 zum dritten Mal eine halben Million überschreiten dürfte.

Auf eine baldige Rückkehr der Touristen hatte auch Abdul Azeez gesetzt und macht als derzeit einziges Szenecafé beste Geschäfte in der Altstadt von Galle. “Beim Tsunami war das Meer sogar bis an die Zinnen unserer historischen Stadtbefestigung angestiegen, doch nach innen ist kaum etwas gedrungen”, sagt der 23-jährige Gründer von “Pedlar‘s Inn Cafe”. So hat die imposante Befestigungsanlage als wichtigste kulturhistorische Sehenswürdigkeit des Südens überlebt und sich trotz Besucherflaute der letzte Trend fortgesetzt, immer mehr Nostalgiebauten mit stilvollen Unterkünften und Luxusgeschäften zu beleben. Davon zeugen das im Gefängnis geplante 49-Zimmer-Hotel, das bereits in einer ehemaligen Druckerei eröffnete Hotel “The Fort Printers” und vor allem das exklusive “Amangalla Resort” im einstigen “New Oriental Hotel”: Es gehört zur renommierten Amani-Gruppe, die bei Tangalla mit dem “Amanvella Resort” sogar noch einen weiteren exklusiven Meilenstein an die Küste gesetzt hat. Obwohl es mit dem Charme von Bunkerarchitektur ausgestattet wurde, ist es nun mit Bungalowpreisen um die 900 US-Dollar pro Nacht das teuerste Hotel der Insel.

Ãœberall lassen sich betuchte Ausländer wieder durch die begehrten, für die Insel typischen Ayurveda-Kuren verwöhnen. Doch wer nachfragt, bekommt schnell zu spüren, dass der Schock und der Schmerz, die die Naturkatastrophe hinterlassen hat, noch längst nicht überwunden sind. Erstaunlich unbefangen berichten die Menschen von ihrem persönlichen Tsunami-Schicksal – dem schweren Verlust von geliebten Angehörigen, Freunden und Nachbarn, der Behausung, den wenigen Besitztümern oder einfach dem unbeschwerten Lebensgefühl.

Als wenn es gerade erst passiert wäre, erzählen sie, wie sich das Meer plötzlich zurückzog und die zuckenden Fische bizarr im strahlenden Sonnenschein glitzerten, wann und wie hoch die erste Welle kam. Wie Autos und Boote plötzlich durch die Gegend schossen – und wie sie sich mit viel Glück oder Geistesgegenwart retten konnten, während um sie herum die Apokalypse tobte.

Die neue Lichtorgel der beliebten, nun am Strand von Unawatuna dröhnenden Diskothek “Happy Banana” kann unheimliche Assoziationen wecken, wenn sie mit ihren langen, geisterhaften Lichtfingern über die Wellen der Bucht fegt, als würde sich da draußen wieder etwas zusammenbrauen. Manch Restaurantbesitzer hält die Erinnerung auf seine Weise wach, hat die Höhe der Flutwellen an der Wand vermerkt oder einfach die von den Wassermassen gestoppte Uhr hängen lassen. Andere legen sogar Fotoalben mit Tsunami-Bildern aus, um ihren Gästen die Wartezeit auf das Essen zu verkürzen. Muharam Perera indes hat die gesplitterten Ãœberreste eines Türrahmens in das Foyer ihres Boutique-Resorts “Sun & Sea” gehängt. “Dieses Stück Holz hat mir das Leben gerettet”, betont die 78-jährige Lady und hat es in die dazugehörige Messingtafel gravieren lassen.

Eines Tages soll es auch eine sehr viel größere Gedenkstätte geben: bei dem bekannten Badeort Hikkaduwa. Hier hatten die Flutwellen den berühmt-berüchtigten Eisenbahnzug umgekippt und mehr als tausend Menschen in den Tod gerissen. Drei zerbeulte, rostbraune Waggons sind am Unglücksort belassen worden und sollen möglicherweise Bestandteil eines offiziellen Tsunami-Mahnmals werden. Schon jetzt streifen Scharen in- und ausländischer Touristen um die schaurige Sehenswürdigkeit. Sobald Besucher auftauchen, werden sie eifrig belagert und mit geöffneten Händen, überteuerten Souvenirs und herzzerreißenden Geschichten überhäuft.

Wesentlich weniger Andrang herrscht bei den Schildkrötenfarmen. Direkt am Strand gelegen und deshalb besonders schwer von den Flutwellen betroffen, haben sie fast alle einen Neubeginn gewagt. “Doch wir brauchen dringend mehr Touristen”, klagt K. Chandrasiri Abrew als Inhaber der ältesten und größten “Turtle Hatchery” bei Kosgoda. “Ohne Eintrittsgelder fehlen die Mittel, um die Schildkröteneier vor Marktverkauf und Verzehr zu retten.” Am Morgen des 26. Dezember hatte der 41-Jährige noch 900 davon vergraben, nach der Katastrophe aber nur eine einzige von seinen langjährig gehegten, geliebten Panzertieren lebend wiedergefunden.

Weitestgehend unbeschadet dagegen haben die vorgelagerten Korallenriffe sowie die zahlreichen Lagunen mit ihren Mangrovenhainen den Tsunami überstanden. Hier werden längst wieder die gewohnten reizvollen Bootsausflüge ins Landesinnere angeboten. Und auch die legendären Fischer von Welligama hocken wieder fotogen auf ihren Stelzen im Meer.

Dennoch hat sich das Erscheinungsbild der Küste vielerorts verändert. Die Galle Road, die von Colombo in den tiefen Süden führt, ist über weite Strecken mit massenhaft herbeigeschafften, dunklen Felsbrocken flankiert worden. Trotz dieses neuen Flutschutzes eröffnet sich – wegen der weitgehend verschwundenen Bebauung mit Fischerhütten und der noch umstrittenen 100-Meter-Regelung der Nichtbebauung – vielerorts ein zugegebenermaßen bestechend freier Ausblick auf den Indischen Ozean. Andernorts finden sich Schichten aus Schutt, Müll und entwurzelten Bäumen. Vereinzelt liegen Schiffswracks herum, die zumeist aus versicherungstechnischen Gründen noch nicht geborgen worden sind. Ihr Anblick wirkt stets beklemmend und lässt es etwas befremdlich erscheinen, wenn in der November-Ausgabe des Newsletters der staatlichen Fremdenverkehrsbehörde um Tauchtouristen geworben wird. Das Argument der offiziellen Werbung: “… dass mehr als 300 Wracks rund um die Insel herum auf dem Meeresgrund liegen. ” Obwohl damit gewiss schon vor Jahrzehnten versunkene Schiffe gemeint sind, wirkt es fast sarkastisch.

An anderen Küstenabschnitten wiederum wimmelt es nur so von intakten Booten, die die Strände landschaftsbildend bedecken. Denn fast jeder, der Sri Lanka nach dem Tsunami helfen wollte, hat zuerst an Fischerboote gedacht. Manch ein Küstenbewohner hat nun sogar schon drei oder vier – oder versteckt sie sogar, um noch mehr zu bekommen.

Die Flutwellen haben auch Geld ins Land gespült, doch über die Verteilung wird vielerorts lamentiert. Der tiefere Einblick schmerzt Dr. Fred Miller: “Was mich geschafft hat, war nicht die Naturgewalt des Tsunami”, meint der 60-jährige Hollandbrite nachhaltig frustriert, “sondern das schlimme Verhalten vieler Menschen nach der Katastrophe.” Die meisten westlichen Mitarbeiter der “Non Goverment Organisations” (NGO), die sich in seiner Hoteloase zwischen leckeren Speisen und frischem Fassbier allabendlich ein Stelldichein geben, schließt der Gründer und Besitzer des “Siam View Hotels” in der Arugam Bay ausdrücklich mit ein. Im Restaurant verweilende Rotkreuzler hätten sich kürzlich sogar geweigert, ein von einer herabfallenden Kokosnuss getroffenes Kind zum Arzt zu fahren, weil sie die Polster ihres Geländewagens nicht mit Blut beschmieren wollten.

“In den ersten Tagen nach der Katastrophe haben die Franzosen hier Schlipse und Nachtkleider abgeworfen, die Polen Dosenrindfleisch, das die Einheimischen aus Glaubensgründen sowieso nicht anrühren – und die Amerikaner 28.000 Rollen Klopapier.” Später, erinnert sich Miller, der seit fast dreißig Jahren hier lebt und als Tourismuspionier der Arugam Bay gilt, habe ihm einer seiner kompetenten Gäste vorgerechnet, dass eine einzige Toilettenrolle mit Herstellung, Luftfracht und Zoll gleich mehrere US-Dollar kosten würde. Auch dass die ausländischen Hilfskräfte monatelang die Fünfsternehotels in Colombo ausgebucht und etliches Spendengeld in einen Fuhrpark aus dicken Jeeps gesteckt hätten, habe Unmut geschürt. Die geborgenen Essensvorräte seines Hotels indes seien nach dem Tsunami zu täglich 500 Gratismahlzeiten für die Ãœberlebenden verarbeitet worden.

“Wenn nicht immer nach bürokratischen Richtlinien vorgegangen würde, ließe sich mit Spendengeldern weitaus Sinnvolleres anfangen”, sagt Miller. Wie zum Beispiel der Aufbau einer geregelten Müllentsorgung, die es in der Arugam Bay bisher noch nicht einmal im Ansatz gibt. Die wäre einer touristischen Infrastruktur dienlich und somit zugleich Wiederaufbau und Existenzsicherung.

taz Nr. 7854 vom 24.12.2005, Seite I-II, 423 Zeilen (TAZ-Bericht), VOLKER KLINKMÃœLLER

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