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Wiener Zeitung

Indiens Träne im Ozean

Illustration - Südasiatische Tänzer verkörpern in theatralischen Inszenierungen das Drama von Machtwahn und Schuldverstrickung, wie es in Sri Lanka auf der Tagesordnung steht.  Foto: Neumann

Südasiatische Tänzer verkörpern in theatralischen Inszenierungen das Drama von Machtwahn und Schuldverstrickung, wie es in Sri Lanka auf der Tagesordnung steht. Foto: Neumann

Illustration - Der Nordosten Sri Lankas ist vielfach zerstört, wie hier die Universität von Trincomalee.  Foto: Neumann

Der Nordosten Sri Lankas ist vielfach zerstört, wie hier die Universität von Trincomalee. Foto: Neumann

Illustration - Trauerritual zum Jahrestag eines Massakers, bei dem 1999 44 Dorfbewohner ermordet wurden.  Foto: Preitler

Trauerritual zum Jahrestag eines Massakers, bei dem 1999 44 Dorfbewohner ermordet wurden. Foto: Preitler

Von Gunther Neumann
Aufzählung Der Bürgerkrieg in Sri Lanka hat nur kurz nach dem Tsunami internationale Aufmerksamkeit erregt. Warum es Konflikte jenseits des Nahen Ostens in unserer Wahrnehmung schwer haben.
Ein Dorf im Nordosten, nahe der vagen Front zwischen Armee und Rebellen. Bedächtige Dickhäuter schnauben beim Baden am trägen Fluss. Eine junge Frau im roten Sari schwemmt Kleider, ungestüme Kinder treiben einen alten Reifen über die staubige Straße, in die untergehende Sonne. “Kupferstunde” nannte ein Rotkreuz-Delegierter diese kurzen Momente trügerischer Idylle im Krieg: Die Haut der Menschen leuchtet im milden Abendlicht, während hochbesoldete Vertreter internationaler Organisationen längst zurück in die Hauptstadt eilen, an den kühlenden Pool, rechtzeitig zum Dinner.

Ausgedörrte Soldaten räumen Sandsackstellungen am Dorfzugang, ziehen sich in festungsartig ausgebaute Garnisonen zurück. Die Nacht bricht mit Zirpen und Schnarren herein. Die Dörfer sind vogelfrei, ausgeliefert der Angst, dem Recht des jeweils Stärkeren: der Armee bei Tag, den “Tamilentigern” bei Nacht. Hinter jedem Tierschrei lauert ein Überfall, ein Blutbad, der Tod. Das Morgengrauen bringt keine Erlösung, nur Aufschub. Seit 24 Jahren herrscht Krieg auf der edelstein- oder tränenförmigen Insel von der knappen Größe Osterreichs.

Nach einem Waffenstillstand 2002 unter norwegischer Vermittlung und der Tsunami-Flut 2004 keimte kurz Friedenshoffnung auf. Dutzende Hilfsorganisationen unterstützten den Wiederaufbau, darunter einige österreichische Initiativen. Doch die Überschwemmungskatastrophe brachte keinen nationalen Schulterschluss. Verteilungskämpfe um Tsunamigelder mündeten in Gefechte. Flutüberlebende aus eben erst bezogenen Häusern sind wieder auf der Flucht, nun vor einer neuen Welle militärischer Gewalt.

130.000 Tote und Verschwundene hat der politische Terror im tropischen Paradies seit 1983 gefordert, davon 70.000 der Krieg zwischen Armee und Tamilenrebellen, Hunderttausende Verstümmelte, Traumatisierte, Waisen. Im Namen von Volk, Kultur, Religion: bekannte Muster. Doch wie lassen sich vergleichsweise undogmatische Religionen wie Buddhismus und Hinduismus politisch derart instrumentalisieren?

Der Konflikt ist nicht 25, sondern 2500 Jahre alt. Indogermanische Singhalesen, “Löwenmenschen”, kamen ab dem 6. Jh. v. Chr. aus Nordindien, Tamilen aus Südindien über die Meerenge nach “Lanka”, die Dämoneninsel aus dem Heldenepos “Ramayana”. Die spektakuläre Felsenfestung Sigiriya mit ihren schwebenden Wolkenmädchen, Felsenbuddhas, Tempeln, verwaschen von Monsunregen, sind Zeugen der Kultur und ihrer Lebendigkeit durch ständige Befruchtung. Weitläufige Ruinen an uralten Bewässerungskanälen erzählen unter flimmernder Hitze von blühenden Städten voll von Geist, Handel, Kämpfen und meditativer Besinnung.

Siam und die Khmer Kambodschas wurden vom Kulturland Ceylon buddhistisch missioniert. Seit der Antike kamen ägyptische Händler an die Gestade der Insel. Das Abendland hatte für die duftenden Schätze des Orients kaum mehr als Edelmetalle zu bieten.

Dem bei Dritte-Welt-Konflikten viel strapazierten Sündenbock Kolonialismus die Schuld am Krieg zu geben, greift in Ceylon zu kurz. Jahrhunderte wogte das Ringen, fand Vermischung statt. Die meist buddhistischen Singhalesen behielten die Oberhand und stellen heute gut zwei Drittel der 20 Millionen Ceylonesen. Ein Viertel sind hinduistische Tamilen, außer im Hochland vorwiegend im Norden und Osten beheimatet. Die restlichen zehn Prozent sind Muslime und Christen.

Nach Vasco da Gamas Seeweg um Afrika 1498 lösten einander europäische Gewürz- und Kolonialambitionen ab, zunächst jene der Portugiesen, dann die der Holländer. Erst die Briten eroberten im 19. Jahrhundert das letzte buddhistische Bergkönigreich von Kandy. Die Singhalesen waren aber wenig geneigt, Londons Weltmacht in der Administration und auf Plantagen zu dienen. Tamilen, so intelligent wie willig, stiegen auf und hielten bei der friedlichen Unabhängigkeit Anfang 1948, ein halbes Jahr nach den indischen “Mitternachtskindern”, 60 Prozent der Verwaltungsposten.

Ceylon war reicher als Indien, hat heute kaum Analphabeten und eine ungebrochene Tradition von moderner Demokratie – mit zu schwachen Minderheitenrechten. Die singhalesische Mehrheit steigerte sich chauvinistisch in eine Opferrolle, drängte Tamilen mit Quoten und Willkür aus Ämtern, von den Universitäten, in die Defensive. Ceylon wurde 1972 zu Sri Lanka, gesegnete Insel, Singhalesisch zur Staatssprache, der Buddhismus Staatsreligion. Die Tamilen begannen sich zu wehren, zunächst friedlich – und erfolglos. Dann trat eine neue Kraft auf den Plan: die “Befreiungstiger von Tamil Eelam” (LTTE). Bei einem Überfall 1983 wurde eine Handvoll Armeesoldaten getötet, ihre Leichen nach Colombo gebracht. Der lauernde Konflikt explodierte: Aufgestachelte Singhalesenmobs plünderten Tausende Geschäfte, fackelten Häuser ab. 3000 Tamilen kamen im “Schwarzen Juli” um, Zehntausende rannten um ihr Leben. Die LTTE forderte nun kompromisslos einen eigenen, ethnisch reinen Staat im Norden und Osten der Insel.

Wer fürchtet, umgebracht zu werden, flieht – wenn er kann. Hunderttausende Tamilen sind nach Indien geflohen, Tausende Gebildete nach Australien oder Nordamerika emigriert. Singhalesen gelten in Europa nicht als politisch Verfolgte. So sie nicht als Bootsflüchtlinge ertrinken, werden sie zurückgeschickt. Wer von den Kindern der Armen nicht einmal die harte Arbeitsemigration bei arabischen Scheichs erreicht, wird als Kanonenfutter verheizt. Wessen Bruder erschossen wurde, wer die Schwester vergewaltigt gesehen hat, ist fanatisierbar, bereit, selbst zu foltern und Minen zu vergraben. Die Tamilen-Tiger “erfanden” die spektakulären Selbstmordanschläge unserer Tage: Lkw-Bomben mit Hunderten Toten mitten in Colombo. Als “Schwarze Tiger” indoktrinierte Kinder tragen Zyankali-Kapseln als Halsschmuck: Keiner lässt sich lebend fangen.

Indien, “Mutter” der verfehdeten Geschwister Singhalesen und Tamilen, gewährte den “Tigern” – mit Blick auf 50 Millionen eigene Tamilen – zuerst stillschweigend Ausbildung, Nachschub, um 1987 schließlich auf militärischem Wege Frieden auf der Insel zu schaffen. Die regionale Supermacht holte sich beim Versuch der LTTE-Entwaffnung aber eine blutige Nase. Die Regierung in Colombo ließ den “Tigern” geheim Waffen zukommen, um die bevormundende “Mutter” wieder loszuwerden. Indiens Ministerpräsident Rajiv Gandhi wurde beim Selbstmordanschlag einer Tamilin zerfetzt.

Rebellion im Süden

Damit nicht genug. Ein in Moskau initiierter, dann maoistisch inspirierter Universitätszirkel entfachte im Süden der gespaltenen Insel einen weiteren, diesmal innersinghalesischen Feuersturm. Die Kaderpartei “JVP” versuchte sich durch Terror gegen Politiker und Intellektuelle an einer Kulturrevolution. Die Regierung schlug mit Todesschwadronen zurück. Verdächtige wurden aufgespürt, gefoltert, zur Abschreckung mit Autoreifen um den Hals lebendig verbrannt, Köpfe an Straßenrändern aufgepfählt. Monsunwellen spülen von Haien zusätzlich entstellte Kadaver an von Touristen verlassene Strände.

Bürgerkrieg im Norden und Osten, Rebellion im Süden, 100.000 indische Interventionssoldaten: Dieser Terror und Gegenterror kosteten 1988/89 rund 50.000 Menschen das Leben und brachten die Insel an den Rand des Abgrunds. Manchmal kann nur Literatur das Grauen in seiner Vielschichtigkeit begreifbar machen: Michael Ondaatje, aus Colombo stammender Autor des internationalen Buch- und Filmerfolgs “Der Englische Patient”, zeichnet in dem Roman “Anils Geist” ein beklemmendes Sri Lanka am Scheideweg zwischen Kultur und Bestialität.

Die Vertuschung von Massengräueln, ungestrafte Täter, kaum gesühnte Opfer – das alles sind vertraute Muster aus der europäischen Geschichte. Auch in Sri Lanka wurden Täter auf der Regierungsseite nie ermittelt. Hinter der lächelnden Maske einer von Gewalt erfassten Gesellschaft verbirgt sich seit 1983 eine der weltweit höchsten Selbstmordraten.

Für die Erfassung der Folgen von Verdrängung sind keine psychoanalytischen Erkenntnisse des 20. Jahrhunderts nötig. Antike Mythen, südindische Tänze dramatisieren die Schuldverstrickung einmal offen, einmal verschlüsselt: Vergehen des Einzelnen fallen auf das Individuum oder seine Sippe zurück. Beteiligt sich das Kollektiv an der Vertuschung, dann rächen sich die Götter und das Schicksal am Volk.

“Ohne jede Spur . . .” hat Barbara Preitler ein Buch über ihre Arbeit mit Angehörigen Verschwundener betitelt. Seit 2003 unterstützt die Psychotherapeutin und Psychologin von der Universität Klagenfurt den Aufbau eines psychosozialen Programms in Sri Lanka. “Egal welche Kultur: Erst Gerechtigkeit und die Anerkennung seelischer Verletzung ermöglichen rituelle Verabschiedung, Vergebung – und einen Neuanfang” , weiß Preitler aus langjähriger Erfahrung in Südasien.

Schattenseite der Insel

Bilder von Tsunami-Opfern schafften 2004 vorübergehend mediale Aufmerksamkeit, weckten ungleich mehr Hilfsbereitschaft als der Bürgerkrieg oder die rund 15 Millionen obdachlosen Opfer des asiatischen Monsunregens in diesem Sommer.

Sind uns “exotische” Kriege fremd, weil uns die flinke Zuschreibung von Gut und Böse schwer fällt? Gewohnte Feindbilder wie Kommunismus, Imperialismus oder islamischer Fundamentalismus helfen in Sri Lanka nicht weiter. Solche Kriege machen sprachlos. Wir ziehen es vor, sie nicht wahrzunehmen, wenn dies auch keine Groß- und Medienmacht tut – solange keine Rohstoffinteressen im Spiel sind. Sri Lanka ist weder Naher noch Ferner Osten. Mittlerer Südosten? Es ist eine geostrategisch undefinierte Region.

Urlauber räkeln sich an den Palmenstränden von Sri Lankas Südwestküste, in l4-Tage-All-inclusive-Clubs oder bei Ayurveda-Kuren: Eine Jahrtausende alte Medizinphilosophie des Ausgleichs gerät zum modischen Körperkult. Wir schauen bei einem Happy-Hour-Cocktail verträumt in den Sonnenuntergang. Auf der Schattenseite der Insel explodieren Landminen, werden Körper und Seelen verstümmelt.

Könnten wir etwas dagegen tun? Zumindest könnten wir etwas über unseren scheinbar verdienten und doch fragilen Frieden im Herzen Europas lernen. Nicht jedem ist es gegeben, sich wie Gudrun Kramer und Wilfried Graf für Frieden vor Ort zu engagieren. Die beiden Österreicher arbeiten seit Jahren mit der Zivilgesellschaft in Sri Lanka an einer nachhaltigen Verständigung der Konfliktparteien, ohne großzügige UNO-Gehälter, abseits von Öffentlichkeit und Medien.

Keiner der Kontrahenten kann den Krieg auf Sri Lanka gewinnen. Jede Teilung würde genauso unsauber und problematisch verlaufen wie jene Britisch-Indiens. Regierungsoffensiven gegen die “Tiger” forderten in den letzten Monaten wieder Hunderte Tote und Zehntausende Flüchtlinge. Die LTTE wurde aus dem Osten in den Norden vertrieben. Vordergründig. Sie kommt bei Nacht zurück, rächt sich an Kollaborateuren. Die Spirale aus Gewalt, Entführungen, Menschenrechtsverletzungen droht neuerlich zu eskalieren . . .

Sri Lankas Bewohner sind Buddhisten, Hindus, Moslems. Sie teilen sich eine paradiesische Insel – und zerfleischen sich im Namen von Nationalismen und Göttern. Die Instrumentalisierung von Religionen erweist sich nirgendwo als stabilisierend. Die explosiven Konfliktmischungen aus Volk, Religion und Rache reichen von Sri Lanka über den Sudan, Kaschmir, Kambodscha in den Kaukasus, Kosovo, Kongo, bis nach Osttimor, Westafrika und an viele andere Schauplätze des Schreckens. Unsere heile Welt schottet sich davon ab. Wir glauben uns erhaben, herausentwickelt aus dem Lebens-, manchmal Teufelskreis von Barbarei, Leid, Wiedergeburt. Es sind immer die Anderen, denen die Gewalt im Blut liegt und die eine Projektionsfläche für das Archaische bilden, das wir in uns selbst scheinbar getilgt haben . . .

Wer nicht religiös ist, mag sich mit einem Satz des Dichters Manes Sperber trösten: “Überlebt auch nur einer heil an Körper und Seele, ist die Menschheit nicht verloren.” Indiens schillernder Smaragd ist eine Träne im Ozean. Auf versöhnlichen Wellen gelangt man zu den Gestaden der nächsten Insel, dem kleinen Mauritius – mit toleranten Hindus, Buddhisten, Muslimen und Christen.

Gunther Neumann, geboren 1958, ist Journalist und Beobachter lokaler Kriege in Lateinamerika, Afrika, Asien. Lange bei internationalen Organisationen für Konfliktlösung und heute in EU-, UN- und OSZE-Projekten tätig.

Freitag, 31. August 2007

Schweizer Korruptionshelfer

Sorry!
This Article is only in German language.
It is important, however, as it deals with the waste of Tsunami cash by the Swiss Red Cross and other well funded organizations.

Von Philipp Gut

In Sri Lanka wurde mit Spendengeldern für die Tsunami-Opfer Missbrauch in Millionenhöhe getrieben. Die Verantwortlichen vertuschten den systematischen Schwindel.

Für sich reklamiert: Dieses Schild zierte Häuser, die mit Geld aus Deutschland gebaut wurden.

In der letzten Ausgabe berichtete die Weltwoche über den Schwindel, der in Sri Lanka mit Schweizer Spendengeldern für die Tsunami-Opfer getrieben wird («1000 US-Dollar für eine beschädigte Haustür in Sri Lanka»). Die verantwortlichen Organisationen reagierten prompt. Die Deza, die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit im Aussendepartement (EDA), und die Glückskette stellten quasi gleichlautende Texte ins Internet (www.sdc.ch, www.glueckskette.ch). Sie nennen den Weltwoche-Artikel eine «völlig verzerrte Darstellung» und betonen die Qualität ihrer Hilfstätigkeit. «Registrierung und Kontrolle» der Geldempfänger seien «streng». Eine «unabhängige Begleitexpertise» habe das Programm untersucht. Kernaussage der gemeinsamen PR-Anstrengung ist der Satz: «Potenziellen Missbräuchen wurde nachgegangen und notwendige Korrekturen wurden vorgenommen.» Der Realität hält diese Aussage nicht stand. Der Weltwoche liegen Dokumente vor, die belegen, dass die Verantwortlichen im Aussendepartement und bei den Hilfswerken (Rotes Kreuz, Heks) die Korruption zugelassen und sogar aktiv gedeckt haben.

Am 6. April 2005 unterzeichnete der Schweizer Botschafter in Colombo, Bernardino Regazzoni, ein Abkommen mit der srilankischen Regierung, das den Einstieg der Schweiz in das bereits laufende «Cash»-Programm für Hausbesitzer regelte (mit vollem Namen «Cash for Repair and Reconstruction». Das Prinzip des Vertrags: Die Schweiz zahlt, die srilankischen Behörden wählen die Begünstigten aus. Bern akzeptierte, dass es nur «begrenzten Einfluss» auf die «Ausgestaltung und Umsetzung» nehmen konnte. Selbst auf lokaler Ebene, schreibt die Deza in einem internen Bericht, sei sie «nicht in der Lage, das Programm zu managen». Der Korruption waren auf diese Weise Tür und Tor geöffnet; Betrügereien gab es in verschiedenen Varianten.

1300 Häuser stehen leer

Ein ehemaliger Projektmanager vor Ort, der vom Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) angestellt war, hat die Fälle schriftlich und fotografisch dokumentiert. Allein im Distrikt Matara erhielten 3188 Eigentümer 1000 US-Dollar, obwohl deren Häuser nur geringfügig beschädigt waren. In Hunderten von Fällen verursachten die Besitzer die Schäden mutwillig selbst. Sie schlugen Fenster und Türen ein, leerten Wasserkübel aus. Ein weiterer Schwindel: Eigentümer, deren Haus als «teilweise beschädigt» galt, liessen sich in die Kategorie «vollständig zerstört» umteilen und erhielten so 2500 statt 1000 Dollar. Darüber hinaus gab es zahlreiche Begünstigte, die doppelt entschädigt wurden. Die Schweizer zahlten Beiträge für den Wiederaufbau von Häusern, die durch andere Hilfsorganisationen bereits vollständig finanziert waren. In Matara trifft dies in mindestens 428 Fällen zu. Allein diese Form des Missbrauchs dürfte rund eine Million Dollar an Spendengeldern verschlungen haben.

Die Lage verschärfte sich Anfang 2006. Damals reduzierte die srilankische Regierung den Abstand von der Küstenlinie, in dem Neubauten untersagt waren (sogenannte Pufferzone) von hundert auf fünfunddreissig bis fünfzig Meter. Dies hatte zur Folge, dass Tausende von Familien aus dem staatlichen Umsiedlungsprogramm in das Hausbauprojekt der Schweiz wechselten – Familien, für die zahlreiche Hilfswerke im Hinterland bereits neue Häuser und Siedlungen geplant und teilweise bereits fertiggestellt hatten. Aus einem Dokument der amtlichen srilankischen Wiederaufbau-Agentur Rada vom Juni 2006 geht hervor, dass 644 Wohneinheiten aus diesem Grund «verlassen» wurden. Der Projektleiter des Schweizer Konsortiums (der Allianz von Deza, Glückskette, SRK und Heks) rechnete zu diesem Zeitpunkt damit, dass bis im Herbst 2006 rund 1300 Häuser leer stehen würden. Sie alle wurden über den Bedarf hinaus gebaut.

In diesem und den anderen dokumentierten Fällen gilt: Der systematische Schwindel war den Schweizer Verantwortlichen bekannt. Noch am selben Tag, als er von den massenhaft leerstehenden Häusern erfuhr, informierte der Projektmanager den Gouverneur des Distrikts und die Koordinatoren des Konsortiums in Colombo und der Schweiz. Eingeschritten sind sie nicht, stattdessen beschuldigten sie den Mann vor Ort, er ziehe das Ansehen der Schweiz in den Schmutz. Die Deza schickte eine diplomatische Protestnote an die Heks-Zentrale in Zürich und verlangte, dass fortan keine Kritik mehr ohne Autorisierung aus Bern geäussert werden dürfe.

Auch die Spitzenkader, die letztlich die Verantwortung tragen, waren im Bild. Deza-Vizedirektor Toni Frisch, der Chef der humanitären Hilfe, und Glückskette-Direktor Félix Bollmann wurden vor Ort aufgeklärt. Am 3. April flogen sie in Begleitung von Botschafter Regazzoni in einem eigens gemieteten Jet von Colombo nach Matara. Der dortige Projektleiter zeigte ihnen eine Reihe von Häusern, die mit französischen Spenden aus der Bretagne komplett wiederaufgebaut wurden. Neben den Namen der bretonischen Gemeinden klebten an den Häusern auch Schilder mit dem Schweizer Kreuz und einem Text, wonach «die Bevölkerung der Schweiz» den Wiederaufbau unterstützt habe. Die Eigentümer bekamen aus der Schweiz zusätzlich 2500 Dollar, obwohl die Häuser von den Franzosen vollständig bezahlt worden waren. Der Projektleiter führte die Besucher schliesslich vor ein Hinkelstein-artiges Monument, das die Bewohner des Stadtteils zu Ehren der französischen Spender errichtet hatten. In diesem Augenblick sagte Glückskette-Direktor Bollmann: «Wenn jetzt die Presse hier wäre, wären wir erledigt.»

Über dieselbe Art des Missbrauchs an einem anderen Ort orientierte die private srilankische Wohltätigkeitsorganisation Jayawickreme Foundation den Schweizer Botschafter in Colombo. In einem E-Mail, das der Weltwoche vorliegt, schildert der Vorsitzende der Stiftung, Sujith C. Jayawickreme, folgenden Vorfall: «Am 21. August 2006 erlebten wir einen unangenehmen und harten Schock, als wir deutschen Sponsoren, begleitet von deutschen Medien, unsere Projekte zeigten: Häuser, die von unserer Stiftung gebaut und vollständig von deutschen Geldgebern finanziert worden waren, sind über Nacht mit Schildern versehen worden, auf denen steht, die Häuser seien durch Gelder der Schweizer Bevölkerung wiederaufgebaut worden.» Wie eine Nachfrage bei der Stiftung in Sri Lanka ergeben hat, waren davon 16 Häuser betroffen. Auch in diesem Fall, das wusste man im Aussendepartement und beim Heks, flossen die Schweizer Spendengelder unnötig und zweckwidrig.

In vierzehntäglichen Feld-Rapporten der Projektleiter wurden die Vorgesetzten in der Deza, beim Roten Kreuz und beim Heks über die vielfältigen Missbräuche informiert. Im Bericht vom 20. September 2006 heisst es, die srilankischen Behörden seien «direkt verantwortlich für den bewussten und exzessiven Missbrauch» der Spendengelder, das Hausbau-Programm in Matara sei «völlig korrumpiert». Entgegen der Behauptung von Deza und Glückskette sind die Verantwortlichen diesen Missbräuchen weder «nachgegangen», noch haben sie «notwendige Korrekturen vorgenommen». Ganz im Gegenteil: Den Projektleiter vor Ort, der die Fälle dokumentierte und die fehlbaren Beamten direkt ansprach, forderten sie ultimativ zum Schweigen auf (später wurde er entlassen).

Die Geschichte spielte sich so ab: Am 9. November 2006 schrieb Projektleiter Georg Mayer einem srilankischen Programm-Mitarbeiter, der einen gewissen Mr Dadli auf die Liste der «vollständig Geschädigten» gesetzt hatte, er solle den Empfänger wieder von der Liste streichen. Mr Dadlis Haus war nämlich nur minimal beschädigt, und zwar nicht durch den Tsunami. Eine Kopie des E-Mails ging an den Distrikt-Sekretär, eine zweite an den Deza-Koordinator in Colombo, eine dritte an Mayers Vorgesetzten beim Heks in Zürich, Andreas Sicks. Dieser antwortet umgehend: «Wir fordern Sie dringend auf, von solchen Aktivitäten ein für allemal abzusehen!» Mayer müsse sofort aufhören, «inkriminierende E-Mails und Briefe» über die Betrugsfälle zu schreiben. Für Beschwerden an «unsere lokalen Partner» brauche es das Einverständnis des Heks und des Schweizer Konsortiums «als Ganzes», also auch der Deza, der Glückskette und des Roten Kreuzes. Das Schreiben schliesst mit der Aufforderung, Mayer solle «bitte bestätigen», dass er «unsere Instruktionen verstanden» habe.

Für eine Stellungnahme war Andreas Sicks nicht zu erreichen. Sein Vorgehen zeigt: Die srilankischen «Partner» sollten unter allen Umständen geschont werden – und die Schweizer Öffentlichkeit über die wahren Verhältnisse getäuscht werden. Derselbe Sicks, der dem Projektleiter vor Ort verbot, die Behörden auf ungerechtfertigte Bezüge der Schweizer Spendengelder aufmerksam zu machen, lässt sich auf der Homepage des Heks mit dem Satz zitieren, «Cash for Repair and Reconstruction» sei das «effizienteste und erfolgreichste Wiederaufbauprojekt in Sri Lanka nach dem Seebeben». Wie Deza und Glückskette in ihrer Entgegnung auf den Weltwoche-Artikel von letzter Woche, verweist das Heks auf eine externe Evaluation, die dieses Selbstlob bestätigen soll. Aus der Studie, die von vier internationalen Experten verfasst wurde, zitiert es nur die Aussage, die Schweizer Programmbeteiligung sei ein «bemerkenswerter Erfolg». Schaut man sich die Zusammenfassung der Studie – der Volltext ist nicht greifbar – näher an, bleibt vom schönen Bild wenig übrig: «Der relative Erfolg des Projekts bedeutet nicht, dass es nicht schwerwiegende Bedenken und Nachteile bezüglich der Umsetzung gab.» Der Bericht listet eine ganze Liste von Mängeln auf: doppelt Begünstigte, die ein Haus gebaut bekamen und obendrein noch Bargeld; ein zu geringer Betrag für den Wiederaufbau, so dass sich manche Empfänger verschulden mussten; mangelnde Flexibilität, um auf die massive Teuerung zu reagieren; eine ineffektive Umsetzung usw.

Zu seiner Entlastung führt das Schweizer Konsortium weitere externe Untersuchungen an. Die Hilfswerke, die mit der Deza in Sri Lanka zusammenarbeiten, haben sich von der Stiftung Zewo, der Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Organisationen, und von Firmen wie Pricewaterhouse Coopers und Ernst & Young prüfen lassen. Der skandalöse Betrug im Hausbauprojekt wurde so nicht aufgedeckt. Die Zewo evaluiert nach eigenen Angaben nicht «einzelne Projekte», sie hat lediglich das Rote Kreuz und das Heks Stellung nehmen lassen. Sie kommt zum Schluss: «Unsere Abklärungen zeigen, dass die Planungs-, Evaluations- und Kontrollsysteme funktionieren und die Kontrolle wahrgenommen wurde.» Dieses positive Urteil über das durch und durch korrumpierte Projekt erweist die Zewo-Abklärung als Farce. Ähnlich geringe Aussagekraft haben die Untersuchungen der Rechnungsprüfer. Sie schauen lediglich, ob die Geldflüsse dort ankommen, wo es auf dem Papier steht. Über die zweckwidrigen Bezüge erfährt man aus ihren Berichten nichts.

source:

http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=16863&CategoryID=66

Glueckskette

Völlig verzerrte Darstellung

1,000$ Door

Tsunami-Hilfe
1000 US-Dollar für eine beschädigte Haustür in Sri Lanka

Von Philipp Gut

Die Schweizer Hilfsgelder für die Tsunami-Opfer in Sri Lanka versickern in
korrupten Projekten. Bundesrätin Calmy-Reys Entwicklungshelfer zahlen, ohne
dass sie etwas zu sagen haben. Man weiss um Misswirtschaft und Betrug.
Trotzdem fliessen die Millionen.

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Vor kurzem hat die Glückskette, die laut Bundespräsidentin Micheline
Calmy-Rey «die starken Gefühle und den guten Willen» der Schweizer
Bevölkerung «kanalisiert», ihren Jahresbericht 2006 vorgelegt. Darin heisst
es: «Der effiziente und verantwortungsvolle Einsatz der Tsunami-Spenden
stand im Zentrum aller Tätigkeiten.» Dieses Selbstlob entspricht dem
branchenüblichen Ton. Die Hilfswerke, aber auch die Deza, die Direktion für
Entwicklung und Zusammenarbeit in Calmy-Reys Aussendepartement (EDA), stellt
ihren Einsatz in den vom Seebeben verwüsteten Regionen Südasiens als
Grosserfolg professioneller Solidarität dar.

Der Jahresbericht der Glückskette, bei der nach der Flutkatastrophe vom
26.Dezember 2004 Spenden in der Höhe von 227,72 Millionen Franken eingingen,
enthält aber auch eine ungewohnt deutliche Selbstkritik.
Glückskette-Direktor Félix Bollmann spricht von «weniger erfreulichen
Feststellungen», die ausgerechnet ein Prestigeprojekt der Schweizer Hilfe
betreffen. An diesem sind neben der Glückskette auch die Deza (also die
Eidgenossenschaft), das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) und das Hilfswerk
der evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) beteiligt. Vereinigt zum «Schweizer
Konsortium», unterstützen sie auf Sri Lanka ein Programm der Regierung und
der Weltbank, das sich Cash for Repair and Reconstruction (CfRR) nennt und
den privaten Wiederaufbau von beschädigten oder zerstörten Häusern
finanziert.

Der Direktor der Glückskette macht drei Mängel des Programms namhaft:
«Erstens ist der Höchstbetrag, den die Behörden für den Wiederaufbau
bewilligten, für den Bau eines Hauses von annehmbarer Qualität zu gering.
Und zweitens führen die unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse und
die persönlichen Vorlieben der Empfänger dazu, dass sich die Häuser
beträchtlich unterscheiden. In manchen Fällen ist sogar ein Beitrag aus den
Kassen der internationalen NGOs erforderlich, damit das Haus fertiggestellt
werden kann. Dazu kommt, dass in rund 10 Prozent der Fälle bezüglich Auswahl
der Begünstigten Unklarheit herrschte.»

Wer kritisierte, wurde entlassen

Dieses Eingeständnis von oberster Stelle bedeutet eine zumindest indirekte
Rehabilitation für jene Mitarbeiter des Programms, die auf die
Unkorrektheiten hingewiesen hatten und daraufhin entlassen wurden. Man
erinnert sich: Ende letzten Jahres orientierten zwei ehemalige
Programm-Manager in Sri Lanka, Max Seelhofer vom Roten Kreuz und Georg Mayer
vom Heks, die Öffentlichkeit über Missstände bei der Hilfstätigkeit. Dies,
nachdem beide die Zentralen in der Schweiz regelmässig über die Mängel
informiert hatten. Geschehen ist nichts, ausser dass die Überbringer der
schlechten Botschaft entlassen wurden (das gleiche Schicksal ereilte noch
drei weitere kritische Mitarbeiter).

Was der Glückskette-Direktor zugibt, ist bloss die Spitze des Eisbergs. Das
tatsächliche Ausmass der Misere ist weit grösser. Es umfasst
Ungereimtheiten, Fehlschläge, Missmanagement und sogar Fälle von Betrug.
Eine kleine Chronologie.

Als Aussenministerin Calmy-Rey Anfang Januar 2005 begleitet von
Deza-Direktor Walter Fust die verheerten Gebiete bereiste, versprach sie in
Thailand und Sri Lanka spontan Hilfe. Dass beim Bund dafür kein
ausreichender Budgetposten vorhanden war, kümmerte sie nicht. Als Folge
dieser Gefühlsdiplomatie (noch bei der Pressekonferenz nach ihrer Rückkehr
traten Calmy-Rey laut Zeitungsberichten «mehrmals Tränen in die Augen») sah
sich die Deza Verpflichtungen gegenüber, denen sie gar nicht nachkommen
konnte.

Gelöst wurde das Problem, indem die Glückskette einsprang, statutenwidrig.
Denn gemäss ihren Regeln darf sie nur Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
unterstützen. Im Fall der thailändischen Fischerdörfer wurde dieser
Grundsatz missachtet. Der Glückskette-Jahresbericht schreibt dazu
verschleiernd bis irreführend: «In Thailand gibt es kein Schweizer Hilfswerk
vor Ort, das auf den Wiederaufbau nach einer Katastrophe spezialisiert ist.
Die Glückskette hat sich deshalb mit der Direktion für Entwicklung und
Zusammenarbeit (Deza) zusammengetan.»

Das ist eine Umkehr des tatsächlichen Ablaufs: Die Glückskette kam
nachträglich für das Versprechen der Aussenministerin auf, damit diese ihr
Gesicht wahren konnte. Das Projekt habe «aus politischen Überlegungen» hohe
Priorität, bestätigte der Leiter der Asien-Sektion der Deza, Willy Lenherr
(mittlerweile frühpensioniert).

Mitte Januar 2005 lancierte Calmy-Rey auf Empfehlung eines externen
Beraters, der seit Jahren für die Deza arbeitet, ein Programm in Sri Lanka
mit dem Titel Cash for Host Families. Hierbei sollten Gastgeberfamilien, die
überlebende Opfer des Seebebens aufnahmen, finanziell entschädigt werden. Im
Februar 2005 schrieb die Deza, gegen 19000 Familien kämen in den Genuss der
Zahlungen und bis zu 100000 Obdachlose fänden so einfach und schnell ins
Alltagsleben zurück. «Diese Art der Unterstützung ist nicht nur
kostengünstiger als die Unterbringung in Lagern – sie ist auch sozial
wirkungsvoller», liess die Deza verlauten. Calmy-Rey sagte, das Angebot sei
in Sri Lanka «begeistert aufgenommen» worden – doch die sri-lankische
Regierung wollte es nicht. Es widerspreche der traditionellen sri-lankischen
Gastfreundschaft, hiess es aus Colombo. Das Finanzministerium lehnte die
Offerte ab, und die Uno-Botschafterin in Genf sprach in Bern vor, um die
Unsinnigkeit des Vorhabens zu erläutern. Das gross angekündigte Programm
wurde begraben.

Als Ersatz kündigte die Deza Ende März 2005 eine neue «Priorität» an: den
Wiederaufbau. Am 6.April unterzeichnete der Schweizer Botschafter in
Colombo, Bernardino Regazzoni, ein Agreement mit dem sri-lankischen
Finanzministerium, das den Einstieg der Schweiz ins CfRR-Programm regelte.
Die Schweiz verpflichtete sich zu einer Zahlung von 7 Millionen US-Dollar
für den Häuserbau (rund 10,5 Millionen Franken, in einem Zusatzübereinkommen
wurde dieser Betrag später um 4,5 Millionen Dollar erhöht).

Geld in einen vollen Topf?

Doch auch dieser erneute Versuch, Schweizer Hilfs- und Spendengelder
sinnvoll auszugeben, ist im Begriff, spektakulär zu scheitern. Schon die
Grundsatzfrage, ob es notwendig war, auf den CfRR-Zug aufzuspringen, stellt
sich akut. Nach der übereinstimmenden Einschätzung mehrerer ehemaliger
Projektmitarbeiter war das Programm nämlich bereits zuvor vollständig
finanziert, durch die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank und die
Kreditbank für Wiederaufbau.

Die Schweizer Gelder fliessen in zwei der zwölf betroffenen Distrikte,
Matara und Trincomalee. Auf die Bitte um Auskunft, was dort ohne die
Schweizer Unterstützung geschehen wäre, antwortete Chulie de Silva, External
Affairs Officer der Weltbank in Colombo: «I have no answer to your question
and have not been able to find one.» Konkrete Nachfragen beantwortete die
Weltbank bis dato nicht, auch nicht am Hauptsitz in Washington.

Eine kleine Rechnung legt nahe, dass die Schweiz tatsächlich Geld in einen
vollen Topf schüttet. Die Weltbank hat für das Programm 65 Millionen Dollar
bereitgestellt. Für ein als «vollständig» beschädigt geltendes Haus erhalten
die Berechtigten 2500 Dollar, für ein teilweise beschädigtes 1000.
Ursprünglich ging man davon aus, dass in den betroffenen zwölf Distrikten 40
Prozent der in Frage kommenden Häuser in die erste Kategorie eingestuft
würden, 60 Prozent in die zweite. Mit den 65 Millionen Dollar liessen sich
16250 ganz und 24375 teilweise zerstörte Häuser finanzieren (ohne
Administration). Dies entspricht ziemlich genau den Zahlen einer Erhebung,
welche die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank im Januar/Februar
2005 machten – und zwar für alle zwölf Distrikte.

Ein zentraler Schwachpunkt des Agreements mit der sri-lankischen Regierung
besteht darin, dass sich die Schweiz mit der Rolle einer Assistentin und
Geldgeberin zufriedengibt. In einem Bericht über die anlaufende
Unterstützung des CfRR-Programms schrieb der zuständige Leiter im
Deza-Hauptquartier am 11. Mai 2005: «The Swiss Party has decided to join a
predefined project design, accepting a limited influence in the design and
implementation.» Und am 1. Juli heisst es in einem Protokoll des Schweizer
Koordinationsbüros in Colombo, die Deza sei «not in a position to manage the
project at field level having only a support role and no specific power».

Das Aussendepartement nahm also vorsätzlich in Kauf, dass man wenig zu sagen
hatte. Entsprechend gering ist der Einfluss auf Steuerung, Kontrolle und
Qualität des Programms.

Und um diese Qualität steht es schlecht, allerdings nicht nur durch das
Verschulden der sri-lankischen Regierung. Auch die beteiligten Schweizer
Organisationen haben operative Fehler gemacht. Die Baufortschritte nach zwei
Jahren sind gering. In einem Rechenschaftsbericht per Ende 2006 weist das
Schweizerische Rote Kreuz aus, dass erst knapp 40 Prozent der konkreten
Projekten zugeordneten 83,2 Millionen Franken verbraucht sind. In jenen
Projekten, die das SRK ausserhalb des CfRR-Programms durchführt, sind
lediglich 491 von total angestrebten 1283 Häusern «bezogen» oder
«bezugsbereit». Offenbar wird, um die Bilanz zu verschönern, die exakte
Bezeichnung «fertiggestellt» vermieden. Trotz dieser Schummelei ist die
Quote schlecht, zumal ein Haus in der Dritten Welt sehr bald einmal als
«bezugsbereit» gilt.

Der Wert der Spenden zerfällt

Ein Grund für die Langsamkeit: Dringend benötigtes Baufachpersonal traf –
mit einer Ausnahme – erst mit einem Jahr Verspätung in Sri Lanka ein. Der
SRK-Chefdelegierte vor Ort forderte im April 2005 schriftlich mehr
Baufachleute an (statt der entsandten Anglistin und Ethnologin). Davon
wollte die SRK-Zentrale in Bern nun aber gar nichts wissen: «Die Meldung,
wir brauchten an jedem Standort zumindest je einen permanenten Construction
Delegate, ist für uns nicht ausreichend, um darauf reagieren zu können.»

Ein Blick in die Bilanzen der Glückskette, der Hauptgeldgeberin der
Schweizer Programme, bestätigt den schleppenden Gang der Hilfe. Für die
Tsunami-Opfer hat die Glückskette 227,72 Millionen Franken Spenden
gesammelt. Bis Ende 2006 hat sie lediglich 105,5 Millionen Franken an die
projektausführenden Organisationen überwiesen, also weniger als die Hälfte
der zur Verfügung stehenden Mittel. Selbst Glückskette-Direktor Bollmann
sagt: «Die Perspektiven für 2006 sahen höhere Zahlungsausgänge vor. Daraus
resultieren in Schweizer Franken treuhänderisch angelegte liquide Mittel,
die nur wenig Zins einbrachten (unter 2 Prozent im Jahresdurchschnitt).»

Das heisst im Klartext: Weit über 100 Millionen Spendengelder liegen
ungenutzt auf den Konten der Glückskette, da deren Partnerorganisationen
(Hilfswerke, Deza) nicht in der Lage sind, das Geld innert nützlicher Frist
auszugeben. Wie in Sri Lanka deutlich wird, führt diese Verzögerung zu einer
Wertverminderung der Spendengelder. Wegen der grossen Nachfrage beträgt die
Teuerung auf dem Bausektor rund 80 Prozent. Die Hilfeleistung, die mit einem
Spendenfranken erzielt werden kann, reduziert sich daher fortwährend.

Selbstbehinderung der Helfer

Mit der Beschränkung auf die Rolle des assistierenden Geldgebers hat sich
das Schweizer Konsortium unter der Führung der Deza weitgehend um die
Möglichkeit gebracht, aktiv gegen Missbrauch vorzugehen. Ein ehemaliger
Programmleiter des Heks hat im Distrikt Matara 428 Fälle dokumentiert, in
denen andere, nicht-schweizerische Organisationen Häuser voll finanziert
hatten – und in denen die Hausherren trotzdem noch die 2500 Dollar aus der
Schweiz bekamen. Tür und Tor für unrechtmässige Bezüge wurden auch dadurch
geöffnet, dass man darauf verzichtete, eine Kategorie der «am geringsten
Geschädigten» einzuführen. Allein in Matara wurden 3188 solcher
Bagatellfälle als «teilweise beschädigt» eingestuft, wodurch die Empfänger
die ganzen 1000 Dollar erhielten.

Noch betrügerischer: Wie ein Kadermitglied des «Schweizer Konsortiums»
berichtet, beschädigten Hunderte von Eigentümern ihre Häuser mutwillig,
schlugen Türen und Fenster ein, produzierten Wasserschäden. Die Beamten,
welche die Schäden aufnahmen, wurden bestochen – ein eigenes kleines
Cash-Programm: Für einen Obolus leiteten sie die Schadensmeldungen an die
Schweizer weiter, die dann nach den Richtlinien des Abkommens mit der
sri-lankischen Regierung brav zahlten. Und noch immer zahlen.

Was sagt man bei der Deza zum missbräuchlichen Bezug von Spendengeldern?
Toni Frisch, Delegierter für humanitäre Hilfe: «Es gibt wohl überhaupt kein
System, das einen Missbrauch von vornherein völlig ausschliesst.» Es gehe
aber darum, «Massnahmen zu treffen und Instrumente einzusetzen, welche das
Risiko absolut minimieren, vor allem in einem ausserordentlich schwierigen
Umfeld, wie dies in Sri Lanka der Fall war».

Das Missbrauchspotenzial war bekannt

Die Schweiz sei verschiedentlich bei der sri-lankischen Regierung vorstellig
geworden, um eine stärkere Abstufung der Beiträge für die zu reparierenden
Häuser durchzusetzen. Sie konnte aber, so Frisch, «als einzelner Donor nicht
die Auslegung eines inselweiten Vorgehens verändern».

Dies wusste die Deza jedoch von Anfang an, wie die zitierten internen
Berichte über das Agreement mit dem sri-lankischen Finanzministerium
belegen. Sie stimmte ihrem «begrenzten Einfluss auf die Ausgestaltung und
die Umsetzung» des Programms ausdrücklich zu. Sogar das Missbrauchspotenzial
war dem Aussendepartement schon beim Start des Programms bewusst.

Der Deza-Bericht vom 11.Mai 2005 hält fest: «Concerning the design, the
definition of the category ‹partially damaged house› is weak. For instance,
a destroyed door makes the house owner eligible for the project.» Die
Schweiz unterschrieb also ein Abkommen, das von ihr verlangte, für eine
beschädigte sri-lankische Tür 1000 US-Dollar zu bezahlen.

source/Quelle:

http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=16816&CategoryID=66

Book Review – Content


Sri Lanka – zum ersten Mal ist die junge Rucksackreisende allein unterwegs. Zunächst hält sie sich an der touristisch gut erschlossenen Westküste der Insel auf, wo sie die Traveller-Szene kennen lernt – reiseerfahrene Globetrotter und Aussteiger verschiedener Nationalitäten. Gemeinsam mit anderen Travellern unternimmt sie von dem Urlaubsort Hikkaduwa aus Kurztrips, wie zum Fest der Büßer nach Kataragama, wo sich gläubige Hindus peinigen und kasteien, indem sie sich Eisenhaken durchs Fleisch bohren und sich an Gestellen daran aufhängen, um für ihre schlechten Taten Buße zu tun – sie taucht ein in eine fremde und geheimnisvolle Welt.
vergrößern
vergrößern Schon bald entfernt sich die abenteuerlustige Individualreisende von dem klassischen Urlaubsort an der Westküste und reist an die touristisch kaum erschlossene Ostküste der Insel. Warnungen, dass diese Region politisches Krisengebiet sei, hatte sie einfach in den Wind geschlagen. In einem Fischerdorf, in dem nur wenige Touristen in Palmblätterhütten ohne Strom und fließend Wasser wohnen, lernt sie den Tamilen Suriya kennen, durch den sie Einblicke in das Leben und die Kultur der Einheimischen erhält und mit dem sie bald eine innige Beziehung verbindet.

Doch das friedliche Fischerdorf bleibt von den Auswirkungen des Bürgerkrieges nicht verschont. Ihr tamilischer Freund und seine Brüder geraten in Gefahr. Sie selbst wird bei einer nächtlichen Fahrt nach Colombo bestohlen, gerät in der Hauptstadt in die Wirren des Bürgerkrieges und entkommt nur knapp einem Bombenanschlag. Doch es gelingt ihr, zurück an die Ostküste zu gelangen. Als der Monsun einsetzt, lebt sie in dem Fischerdorf fast nur noch unter Einheimischen.
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vergrößern Obwohl sie ihrem tamilischen Freund beistehen will, muss sie das Land verlassen, da ihr Visum für Sri Lanka abgelaufen ist. In einer strapaziösen Zugfahrt reist sie nach Goa, an die Westküste Indiens, das damals noch nicht mit dem Flugzeug zu erreichen war. Hier lernt sie die legendären Partys kennen, doch die Szene ist nicht ihr Ding. Schon bald zieht es sie zurück nach Sri Lanka, obwohl die Ostküste inzwischen Bürgerkriegsgebiet ist. Sie will Gewissheit haben, ob ihr tamilischer Freund in Sicherheit ist … Weit ist der Weg bis zum Krokodilfelsen …
Basierend auf einer wahren Begebenheit, inspiriert durch eine faszinierende Reise durch ein exotisches Land.

Book Review

Presse/Rezensionen




Backnanger Kreiszeitung vom 11.05.2006:

zum Vergrößern bitte hier klicken

Stuttgarter Nachrichten vom 26.09.06:Sehnsucht nach dem früher so paradiesischen Sri Lanka
Claudia Ackermann aus Backnang hat ihren ersten Reiseroman geschrieben
Backnang – Durch die starken Unruhen, vor allem im Osten des Landes gerät Sri Lanka immer wieder in die internationalen Schlagzeilen. Mehrfach hat die Backnangerin Claudia Ackermann den Inselstaat besucht – und ihre Erlebnisse literarisch zu dem Reiseroman “Der Krokodilfelsen – Sehnsucht nach Sri Lanka” verarbeitet.
Vor einigen Jahren “es ist schon ziemlich lange her” war sie als unerfahrene Rucksacktouristin zwölf Monate in Asien unterwegs. Indien, Nepal, Thailand, Malaysia und Singapur waren die Stationen, doch die meiste Zeit verbrachte sie in Sri Lanka. An der Westküste lernt die Ich-Erzählerin die schon damals typische Traveller-Szene kennen: Individualreisende und Aussteiger aus den verschiedensten Nationen. Doch auch dort wird das Urlaubsparadies bereits von politischen Unruhen gestört.
Drastisch schildert sie im Roman eine Bombenexplosion in der Hauptstadt Colombo: “Die Gäste drängten in Panik zum Ausgang, und ich versuchte ebenfalls, die Tür zu erreichen. Aber ich wurde zur Seite gestoßen, stolperte und stürzte. Füße trampelten über meinen Rücken hinweg.”
Sie reist an die touristisch kaum erschlossene Ostküste der Tropeninsel, in einem Fischerdorf lernt sie einen Tamilen kennen, mit dem sie eine besondere Beziehung verbindet. Später folgt ein Trip nach Goa, an die Westküste Indiens – wo es schon damals legendäre Partys gab, wo Mädchen mit Henna gefärbten Haaren sich in Trance tanzen, bis ihre Füße vom Sand wund gerieben sind.
Eine chronologische Beschreibung der damaligen Entwicklungen soll ihr Roman nicht sein, versichert Claudia Ackermann. Verschiedene Personen verschmolzen zu einer, manche Beobachtungen spinnt die Autorin einfach in eine völlig andere Richtung weiter. Während ihres Studiums der Ethnologie und Germanistik in Köln fand sie Notizen und Unterlagen aus jener Zeit, und da reifte die Idee, das Ganze zu Buch zu bringen. Herausgekommen ist ein unterhaltsamer, spannend zu lesender Reiseroman, der die durchaus paradiesischen Empfindungen beschreibt, aber auch die massiven Probleme Sri Lankas nicht beschönigt.
Fasziniert habe sie “die Schönheit der tropischen Insel mit ihren palmengesäumten Stränden und dem türkisblauen Meer, üppiger Vegetation und ausgedehnten Reisfeldern”, sprudelt es aus ihr heraus. Umso mehr betrübt sie die politische Situation, der latente Bürgerkrieg und die Folgen des Tsunami. Derzeit arbeitet Claudia Ackermann, die Mutter einer 11-jährigen Tochter ist, als freie Journalistin und ist Mitautorin eines neuen Backnanger Jahrbuchs, das in Kürze veröffentlicht und im Backnanger Helferhaus vorgestellt wird.
(Dirk Herrmann, Stuttgarter Nachrichten)

Forum der Reise spinne am 27.11.06:


Buchbesprechung: “Der Krokodilfelsen – Sehnsucht nach Sri Lanka”Der Krokodilfelsen – Sehnsucht nach Sri Lanka
Ein ReiseromanAls ich vor einiger Zeit das Buch „Der Krokodilfelsen” geschenkt bekommen habe, hat es lange Zeit auf meinem „zu-lesen”-Tisch neben der Couch verbracht. Auf der einen Seite hat es mich gereizt, mal wieder etwas über Sri Lanka zu lesen – auf der anderen Seite hat mich eine Passage in der Inhaltsangabe auf der Rückseite abgeschreckt: „In einem Fischerdorf lernt sie (Anmerk.: die Hauptperson) den charismatischen Tamilen Suriya kennen. Doch die sich entwickelnde Beziehung wird von den Auswirkungen des Bürgerkrieges eingeholt…”
Sollte ich mich tatsächlich mit einem Buch befassen, bei dem ich nach der Hälfte schreien möchte „Hört mit dem Geknutsche auf, ich will ‘was über Land und Leute lesen!”?
Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, das Buch länger als bis zum Durchlesen der Inhaltsangabe in der Hand zu halten und kann, nun da ich die letzte Seite umgeblättert habe, nur sagen, dass ich mich ganz fürchterlich getäuscht habe! Das Buch ist keine „Vom Winde verweht”-Schnulze vor einer sich in Herzschmerzangelegenheiten so gut machenden Bürgerkriegskulisse. Ich hätte mich einfach stärker an die Bezeichnung „ein Reiseroman” halten sollen.
Wer sich also nicht abschrecken lässt, der unternimmt zusammen mit der Autorin Claudia Ackermann auf knapp 200 Seiten einen sehr unterhaltsamen Kurztrip nach Sri Lanka mit einem kleinen, ernüchternden Abstecher nach Indien.
Rückblickend ist es schwierig zu sagen, ob eigentlich die Handlung oder die Beschreibung der Menschen, ihres Verhaltens und der Landschaft im Vordergrund steht. Geschickt verwebt Claudia Ackermann touristische Informationen mit einer Vielzahl von kleinen Details, die bei jedem ehemaligen Sri Lanka Urlauber Erinnerungen wachrufen, und mischt sie mit einer abwechslungsreichen Geschichte.
Kleinere Ungereimtheiten („Schließlich erreichten wir den Bahnhof von Nuwara Eliya.” Anmerkung: Nuwara Eliya hat keinen Bahnhof. Der nächste Bahnhof ist in Nanu Oya, etwa 9 Kilometer entfernt) fallen beim Lesen nicht auf oder sind schnell unter künstlerischer Freiheit verbucht – immerhin handelt es sich ja nicht um einen Reiseführer, sondern um einen Reiseroman. Aber gerade was die im Buch geschilderten Sitten und Gebräuche angeht, so kann „Der Krokodilfelsen” es durchaus mit einem Reiseführer aufnehmen. So ganz nebenbei erfährt der Leser, z.B. warum die linke Hand besser nicht zum Essen genutzt wird, was Frauen im Gedränge im Bus passieren kann und welche Verhaltensweise man bei Straßensperren lieber nicht an den Tag legt.
Auf diese Weise empfiehlt sich das Buch nicht nur für ehemalige Sri Lanka Touristen zum Schwelgen in Erinnerungen, sondern auch zum Aneignen einiger „Do’s and dont’s” vor der ersten Reise.
Mir hat das Lesen, nach meiner anfänglichen Zurückhaltung, Spaß gemacht und das Ende des Buches war schneller erreicht, als ich es mir gewünscht hätte.

(Jan Henning)

Nature Project von Wolfgang Heilmann

Report from the wildlife project “ALIYA”


Die letzten Wochen war ich in Arugam Bay um im SVH etwas auszuhelfen. Diese Zeit war, traurigerweise, wie Urlaub fuer mich, den ich allerdings auch dringend noetig hatte. Die Situation im Lande, in der Arugam Bay in diesem Falle, ist mehr als traurig. Wo in den letzten Jahren immer noch Besucher, Touristen anzutreffen waren ist jetzt alles fast leergefegt.
Bleiebn wir aber beim Thema. Ueber andere Dinge werde ich in den naechsten Wochen an entsprechender Stelle auch meine Kommentare preisgeben.
Die ALIYA Homepage wurde komplett neu gestaltet und die Inhalte ueberarbeitet, bzw. vollkommen neu geschrieben. Meine Taktik wurde geaendert und leider sind aufgrund der Vorkommnisse weitere grundlegende Aennderungen dringend noetig. Bin bei dieser Arbeit voellig ueberfordert und bitte dringend um Hilfe.
Hier ein Auszug aus den News meiner neuen Homepage:
News Juni 2007

Sri Lanka boomt. Folgt man den Zeitungsberichten geht es der Wirtschaft gut. Hotels waren, zumindest zeitweise, ausgebucht. Die auslaendischen Investitionen so hoch wie nie, Taeglich werden LTTE Transporte unterbrochen. Alles scheint unter Kontrolle. Liest man die lokalen Zeitungen.

Propaganda. Erst vor wenigen Tagen konnte ich mich mit einem Hotelmanager an der Westkueste unterhalten. Tatsaechlich war das grosse Hotel zeitweise bis zu 80% ausgebucht. Moeglich durch Billigangebote an die grossen Vertragspartner. Die meisten Hoteliers auch hier an der Westkueste, stehen vor der Pleite. Hotels an der Ostkueste, wie z.B. das’Siam View Hotel, haben alle Mitarbeiter entlassen und ueberleben auf Sparflamme. Aehnlich sieht es in vielen anderen Sparten aus. Immerhin duerfte der ’Absatz von Waffen gestiegen sein und boomen, davon allerdings berichtet die lokale Presse nicht.

Alarmstufe Rot fuer Yala Ost Nationarpark

Bereits seit einigen Monaten ist in Yala Ost kein einziger Mitareiter des Department of Wildlife anzutreffen.Der einzige offizielle Eingang zum Nationalpark ist verlassen, die Geaeude stehen leer und am Eingang haengt eine Kette. Wilderer und sonstige Schiesswuetige koennen jetzt ungestoert agieren. Betroffen ist auch die Flora denn man kann sich jetzt ungehindert bedienen und Holz schlagen. Die Situation in Yala Ost ist alarmierend. Der Nationalpark besteht faktisch nur noch auf dem Papier. Schlechte Zeiten fuer die letzten Leoparden und Elefanten die hier noch leben. Aehnlich sieht es in den meisten anderen Nationalparks aus. aus. Yala Ost allerdings ist besonders betroffen da sich der Nationalpark im Grenzgebiet des Singhalesen – Tamilen Konflikts befindet. Wegen dem andauernden Problem mit der LTTE wurde der Stuetzpunkt, zumindest voruebergehend, verlassen. Nach Aussagen Einheimischer wurde den Wildlife Department Mitarbeitern, von der LTTE nahegelegt zu gehen.

Bei einer Exkursion durch den Park konnten wir immerhin die frischen Abdruecke eines jungen Leoparden finden. Ausser wilden Bueffeln und wenigen Elefanten gab es einige Hirsche zu sehen. Die Tiere in Yala Ost sind sehr scheu. Das hat seine Gruende. Sehr ungewoehnlich war das kein einziges Wildschwein zu sehen war. Die Hauptbeute der Wilderer. Ich hatte bereits vor ueber einem Jahr auf die bedenkliche Situation einiger Nationalparks, im besonderen Yala Ost, hingewiesen. Siehe News History ! Ich werde in den kommenden Wochen mehr darueber berichten.

ALIYA hat Loesungen anzubieten und kann helfen die Lage zu entschaerfen. Dazu ist allerdings etwas Unterstuetzung durch die naturbezogenen “Non Government Organisationen”, NGO‘s wie z.B. dem WWF noetig. Nach meiner Rueckkehr nach Colombo werden diese Oraganisationen von mir unterrichtet und auf die Probleme hingewiesen. ALIYA berichtet ueber den weiteren Fortgang der Dinge.
—————————————–
Die Zeilen oben sind fast schon wieder ueberholt. Neuere Erkenntnisse sind weitaus alarmierender. Ich bin gerade dabei das Alles in einen neuen Report zusammen zu fassen. Einiges dazu aber schon jetzt und hier.
Taeglich hoert man von Erschiessungen, verscharrten Leichen und mehr. Ganz besonders im Osten der Insel aber auch in Colombo. Die Lage ist sehr ernst. Nun habe ich mich dem Schutz der Tiere verschrieben und moechte deshalb auch hierzu einiges berichten was hoffentlich auf rege Resonanz stoesst.
Seit einigen Monaten werden Elefanten in grosser Zahr umgesiedelt bzw. gleich am Ort erschossen. Das geht wohl auf mehr oder weniger geheime Plaene der derzeitigen Chaos Regierung zurueck. Elefanten aus noerdlicheren Gebieten werden in grosser Zahl in die suedlicheren und ostlichen Nationalparks getrieben oder per LKW verfrachtet. Das fuehrt dazu das die Elefanten keine Nahrung mehr finden und abmagern, hungern und sterben. Sich gegenseitig bekaempfen und versuchen aus den offenen Gefaengnissen auszubrechen. Die Viehherden fressen dazu um die Wasserflaechen alle Nahrung der Elefanten komplett weg. Vor allem Babyelefanten sind jetzt dem sicheren Tod preisgegeben. In einigen der Sanctuarys sind grossflaechige Abholzungen geplant um dann hier weitere Singhalesen Siedlungen zu errichten. Geplant ist z.B. auch die Umsiedluung einer halben Million Singhalesen in den Osten. Zu bemerken sind hier auch der Bau des neuen voellig unsinnigen Flughafens. Ein weiterer ko Schlag gegen die Natur. Mir liegen Presseberichte vor die all das belegen. Desweiteren verfuege ich ueber Informationen von Einheimischen. Die obigen Zeilen berichten nur von der Spitze des Eisbergs. Mehr dazu in den naechsten Tagen.
Ich plane in der naechten Woche fuer eine Uebergangszeit nocheinmal ins Siam View Hotel zu gehen um dort auszuhelfen. Anfang der Woche sind Termine bei NGO‘s in Colombo auf dem Plan. Eine Demonstration gegen die Vorgehensweise der Regierung steht in Kuerze auf dem ALIYA Programm. Ich brauche Unterstuetzung von Allen Seiten. Mein Einsatz hier beginnt sehr gefaehrlich zu werden aber das ist egal. Bitte meldet Euch bei mir per email oder im Forum. jetzt helfen nur noch aktive Einsaetze. Mit Theorie geht hier nichts mehr.
In Kuerze mehr.

Viele Gruesse von der Front

Wolfgang

Die Welle

Arugam.info has been informed that a second book has been published about Arugam Bay.
Again and regrettably it is only available in German so far, but plans exist to release an English version.
The first book about our Bay “Der Krokodilfelsen” (the croc rock) by Claudia Ackermann is selling well and our good friend Alf is working on a translation right now.
Here is Claudia; she sent us her photo today:

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“Die Welle” (the swell/wave) is written by Monika Kahrs and we will publish details soon>
For now, here is an abstract  by LuLu:

Description:

Einen Tag vor Weihnachten im Jahr 2004 fliegt Marion Kersting mit ihrem Ehemann Jakob nach Arugam Bay in Sri Lanka um die „zweiten Flitterwochen“ zu feiern. Für Marion ist es eine Reise, die sie nur widerwillig antritt – widerwillig, weil sie ihren Mann, der mit krankhafter Eifersucht über ihr Tun und Lassen wacht, fürchtet und verabscheut. Nach einer ausgelassenen Feier, in der die Spannung zwischen den Eheleuten eskaliert, wird das Strandhotel vom Tsunami zerstört. In der idyllischen Bucht sterben hunderte von Menschen, Arugam Bay wird von der Außenwelt abgeschnitten, Hilfe kommt erst nach Tagen. Marion überlebt den Tsunami fast unverletzt – Jakob verschwindet spurlos. Die Welle hat Jakob Kersting mit sich gerissen, und mit ihm ein Geheimnis. Und Marion will nie wieder eingesperrt sein.

Product Details:

Printed: 118 pages, 4.25″ x 6.88″, perfect binding, black and white interior ink
Publisher: Monika Kahrs
Copyright: © 2007 Monika Kahrs, Ottersberg-PoHa Standard Copyright License
Language: German
Country: Germany
Lulu Sales Rank: 6,807

Keywords:

Sri Lanka Deutscher Botschafter entgeht Anschlag

Rebellen feuerten Granaten auf Hubschrauber
Nur knapp ist der deutsche Botschafter in Sri Lanka, Jürgen Weerth, am Dienstag im Osten der Insel einem Mörserangriff von Tamilen-Rebellen entgangen.

Entging dem Anschlag unverletzt: der deutsche Botschafter in Sri Lanka, Jürgen Weerth.
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Der 62 Jahre alte Diplomat sagte der dpa: „Ich bin unverletzt.“ Der Botschafter war Teil einer Delegation aus Diplomaten und Regierungsvertretern, die nach dem Aussteigen aus dem Hubschrauber nahe der Stadt Batticaloa unter Beschuss geriet.

Der italienische Botschafter Pio Mariani und mindestens zehn weitere Menschen wurden nach sri lankischen Regierungsangaben bei dem Angriff verletzt. Weerth sagte, sein italienischer Kollege habe ein Schrapnell im Kopf, das herausoperiert werden müsse. Bei dem Anschlag waren Weerth zufolge zwei Granaten „maximal 40 Meter“ von der Gruppe entfernt explodiert. Der US-Botschafter Robert Blake blieb entgegen ersten Meldungen unverletzt.

Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) räumten ein, auf den Hubschrauber geschossen zu haben, machten aber die Regierung für den Vorfall verantwortlich. Diese hätte den Flug nicht bei den Rebellen Angekündigt. Der Hubschrauber sei bei einer Militäreinrichtung gelandet, auf der auch Artillerie stationiert sei. Weerth betonte dagegen, der Hubschrauber sei auf einem Sportfeld gelandet.
dpa

Aktualisiert am 27. Februar 2007 um 10:32

Crocodile’s Tears

Sooriya’s Story
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The above photo, taken in Arugam Bay today tells a long story in one single shot.
Shown is Ramana Sooriya with a copy of the Travel novel by Claudia Ackermann.
“Der Krokodilfelsen” is based on true events in the early 1980′s, focused on Ulla village which Arugam Bay was known as then.
Arugam.info will provide more details, one is working on an English translation of this relevant and interesting novel. We also have added a direct link to Amazon for you to be able to order any book directly through our site.
Arugam.info might earn a small commission on all of your book orders if they originate through our link.
This alone will support our projects, provide a service and cost you NOTHING extra.

Tsunami in Ampara

Tsunami Zwei Hamburger Ärzte ünterstützen das Waisenhaus in Ampara

Eine Oase in einem gottvergessenen Land

Mit Spenden aus der Hansestadt flogen Dr. Benjamin Kienast und Dr. Christian Queitsch zum zweiten Mal in das Katastrophengebiet.

Von Miriam Opresnik

Christian Queitsch steht vor dem neu aufgebauten Waisenhaus auf Sri Lanka. Das Girlshome wurde beim Tsunami zerstört.

Christian Queitsch steht vor dem neu aufgebauten Waisenhaus auf Sri Lanka. Das Girlshome wurde beim Tsunami zerstört. Foto: KIENAST

Auf den ersten Blick scheint es so, als sei die Zeit stehen geblieben. So, als sei es Januar 2005, direkt nach der Katastrophe, nach dem Tsunami in Südostasien. Als sei in den vergangenen Jahren nichts passiert, kaum etwas aufgebaut worden.

Das war der erste Eindruck, den die beiden Hamburger Ärzte Dr. Benjamin Kienast (34) und Dr. Christian Queitsch (43) von Sri Lanka hatten. Zwei Jahre nach ihrem ersten Hilfseinsatz direkt nach der Flutkatastrophe sind die Mediziner jetzt wieder in das Katastrophengebiet geflogen, um zu helfen. Mit 123 Kilo im Gepäck, voll mit Hilfsgütern, medizinischen Geräten, Spielsachen. “Wir sind seit unserem ersten Besuch mit den Menschen vor Ort in Kontakt geblieben und haben immer wieder Geld und Material in die Region geschickt”, sagt Benjamin Kienast vom Unfallkrankenhaus Boberg. “Jetzt wollten wir uns vergewissern, dass die Hilfe auch dort angekommen ist, wo sie gebraucht wird.”

Dort, das ist bei dem Krankenhaus sowie dem Waisenhaus in Ampara, im Osten des Landes. Dort, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Wo vieles noch genauso aussieht wie vor zwei Jahren. Wo im Sturm zerstörte Schiffe auf dem Land liegen, von vielen Häusern immer noch lediglich das Fundament steht. “Während der Westen des Landes schnell wieder aufgebaut wurde, herrscht im Osten vielerorts noch Chaos”, sagt Queitsch. Mitschuld daran sei der Bürgerkrieg in der Region. Ein Krieg zwischen tamilischen Separatisten und dem srilankischen Militär, der den Menschen das Leben noch schwerer mache, als es nach der Flut ohnehin schon sei. Viele Einheimische sind aus dem Gebiet geflohen, die meisten Hilfsorganisationen auch. Der Arbeiter-Samariter-Bund ist eine der letzten Organisationen, die noch im Tamilengebiet ist, dort Häuser aufbauen wollte. Doch jetzt gibt es Überlegungen, das Projekt zu verschieben. “Derzeit ist es dort zu gefährlich. Kaum jemand wagt sich in das Gebiet, weil dort aus dem Hinterhalt geschossen wird”, sagt Knut Fleckenstein, Geschäftsführer vom ASB Hamburg.

Auch Kienast und Queitsch erzählen von Straßenkontrollen, Ausgangsverboten und Sperrgebieten. Es sei beängstigend gewesen. So beängstigend, dass sich ihr Fahrer irgendwann geweigert habe, weiterzufahren. Nur durch Zufall habe man jemanden gefunden, der die Hamburger Ärzte mitten durchs Sperrgebiet bis zum Waisenhaus brachte – “einer Oase in einem scheinbar gottvergessenen Land”, sagt Queitsch.

Hier hat es nicht den Anschein, als sei die Zeit stehen geblieben. Hier hat man die Zeit genutzt. Für den Wiederaufbau der total zerstörten Gebäude. Alles ist neu und sauber. Bedrückend ist es dennoch. 32 Kinder schlafen zusammen in einem Saal, die mehrstöckigen Eisenbetten stehen dicht an dicht. Persönliche Dinge gibt es kaum. Gab es kaum. Bis Benjamin Kienast und Christian Queitsch die Kisten mit Kuscheltieren und Kleidung aus dem Auto geholt haben – und sich die Kinder auf das Spielzeug stürzten.

Die Sachen sind eine Spende des Lions Clubs Hamburg und des Krankenhauses Boberg. Immer wieder haben die Hamburger für das Waisenhaus und das Krankenhaus in Ampara gesammelt. Mal sind 5000 Euro gespendet worden, mal 15 000. “Und wie ein Wunder ist das Geld auch immer angekommen”, sagt Kienast und erzählt, wie “Brother Selvantha” – der Leiter des Waisenhauses – nach jeder Überweisung überschwänglich in Hamburg angerufen und sich bedankt hat. Bis jetzt. Jetzt ruft er nicht mehr an. Er hat die Insel verlassen, weil ihn dort alles an seine Frau und die beiden Kinder erinnert hat. Sie sind bei der Flutkatastrophe ertrunken. “Vor den eigenen Augen”, sagt Christian Queitsch.

Wishing You a Peaceful New Year 2007

Arugam.info regrets to inform that all reliable Communications Links to (our part of) the East Coast have been interrupted.
The landline telephones are said to be cut due to severe flooding.
The only high speed broadband data line to the East has been disconnected with immediate effect by SLT accounts dept.

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Arugam.info maintained all such links and services since 1998.
Even in the post Tsunami days an emergency system (Inmarsat) was obtained, entirely with private funding.
It is highly regretted we are unable to continue our Community service due to the high cost factor – and the total lack of tourists, visitors and NGO’s in the area.
We had hoped that in such unstable times, our remote location and the troubles facing the poor and displaced here in the East we would have been able to continue our work.
For now, the only way to contact us, to ask for news or to verify recent events is to contact our help line:
0094 773 200 201
Comments & Posts can of course continue to be written and they will be published by Greg in France without the benefit of a direct, local input. No photos from local events are possible from now on.

Wishing everyone, incl. all the ‘helpful’ NGO’s a Very Happy Christmas
and a hopefully Peaceful New Year 2007

The Germans say …..

Arugam.info has been asked to publish a scanned reply, reproduced below.
Some concerned people and many generous donors are beginning to question why no help seems to get through to the poor Eastern Provinces; after 2 full years.
A translation will be posted soon if requested or of interest.
Over years, and with various, polite requests on behalf of the Community, Arugam.info has actually written to all Foreign Missions resident in Colombo, on more than one occasion:
Most did not even acknowledge our letters; or indeed reply to our plight.
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Translation

Dear Herr Poos (translator: a fitting recipient, maybe??),

Many thanks for your letter dated 23 October, 2006. The Tsunami-disaster on 26th December, 2006 indeed created a lot of desruction and suffering. A large proportion of Sri Lanka’s costal stretch has been affected.
In recent history there has rarely been any event of a similar magnitude which moved the emotions of all peoples. Many Germans donated towards this natural event. The Federeal Government started an immediate Help program. Many National and International Aid Organizations were concerned with the reconstruction; even now some are still enganged in this very activity. Many destroyed houses were rebuild, many schools reconstructed, many hospitals were repaired or relocated.

The German Embassy, working together with our partners and also in connection with some bilateral Emergency and Development Programs also are in Cooperation with the EU and the UN manged to assisgn funds to various tasks connected with Tsunami relief.

The Sri Lanka Government is responsible and also accountable for the coordination and the overall control of all the tasks concerning the reconstruction efford. This very difficult task has been carried out with various results in differend parts of the Country. The continued civil war/unrest has resulted in the fact that many organizations have long cancelled their programs.

The fate of the (one) mentioned hotel operator is deeply regretted. The Embassy as well as any of our partners are not responsible to respond to, or indeed assist in, any possible way to any isolated enquiry from such a hotel, no matter how severely affected they may have been.
For example, this view was mentioned to the owners of the ‘Siam View Hotel’ in our email dated 9th March, 2005.
On January 12th the Embassy outlined their position again in a letter to the operators. However, a request for assistance has not been received.

with friendly Greetings,
on behalf of
Cornelious Hupperts

PS: (Translator:) “What to do”?????

Open Letter by H. Poos

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Aussenpolitik/HumanitaereHilfe/Zuwendung.html

Auswärtiges Amt
Werderscher Markt 1
10117 Berlin
Postanschrift: 11013 Berlin

Telefon: 030-5000-0
Telefax: 030-5000-3402

Dienststelle Bonn
Adenaueralle 99-103
53113 Bonn
Telefon: 01888-17-0
Telefax: 01888-17-3402

Hauptsitz
InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH
Friedrich-Ebert-Allee 40
53113 Bonn
Fon +49 228 4460- 0
Fax +49 228 4460-1766
E-Mail: presse@inwent.org

Poos Horst
Trompeterallee 8
41189 Mönchengladbach

Bezug Tsunami Spendengelder:

Im Oktober 2006 habe ich mich im Raum Sri Lanka an der wohl am schlimmsten betroffenen Ostküste über
die Verwendung der Spendengelder aus der Tsunamikatastrophe Informiert. Dabei habe ich festgestellt, dass an der
gesamten Ostküste mehrere Organisationen mit verschiedensten Projekten Tätig sind. Neben NGO´s, Italien , Östereich,
Rotary Club, Demira  ; die zum teil Großprojekte  leiten ;hab ich keine Deutsche Organisation antreffen können. Von allen
Projekten an der Ostküste hab ich nur eine kleine Verfallene Hütte gefunden, wo wenigstens ein Schild mit einem
Roten Kreuz vorhanden war. Und das war nicht mal das Deutsche Rote  !!!! .Leider aber ohne Bauliche Massnahmen. Ich habe alle Projekte Dokumentiert und in Bilder festgehalten.
(Einige in der Anlage.)Im Raum Pottuvil sind mir einige “Zustände ” Deutscher Hilfskräfte “zugetragen worden ,die nicht zu
entschuldigen sind wie z.B. Hilfsmassnahmen des DRK wurde verweigert (weil die Fahrzeuge mit Blut “versaut ” werden
könnten, und dadurch ein ca 5jähriges Mädchen starb) ,Ersatzwasserpumpen wurden verweigert, weil der Antrag zur Erneuerung nicht vorhanden war.
Ca.1 Million €  hat das DRK  für Eigenwerbung an eine Werbeagentur ausgegeben mit dem Zweck, die Arbeit dieser zu Dokumentieren. Auch dass die ausländischen Hilfskräfte monatelang die Fünfsternehotels in Colombo ausgebucht und etliches Spendengeld in einen Fuhrpark aus dicken Jeeps gesteckt hätten, habe Unmut geschürt.
Der Deutsche Eigentümer des Siam View Hotel in Arugam Bay , Pottuvil hat bereits einen Tag nach dem Tsunami  aus eigenen
Finanziellen Mittel und Essensvorräten der Bevölkerung um Arugam Bay Hilfe geleistet und soweit es möglich war
auch aus den Inland für die Bevölkerung eingekauft .Auch Notstromgeneratoren  ,Kühlaggregate usw .hat er aus eigeninitiative
besorgen müssen.(Dokumentiert von den Fernsehsendern CNN NTV Spiegel TV
Das hat dazu geführt das dieses Hotel  Finanziel bis zum heutigen tag in Not ist und vielleicht ende des Jahres schliessen  muss.
Wozu hat der Deutsche Steuerzahler und auch Spender solche Summen als Sofortmassnahmen zur Verfügung gestellt, wenn Deutschland
nicht mal in der Lage ist, diejenigen  zu unterstützen, deren mittel zur Sofortmassnahme völlig erschöpft sind und darauf
warten das endlich aus den Spendengelderfond weitere Unterstützung ankommt.
Ich fordere Sie auf ,Rechenschaft über die vollständige Verwendung der Gelder abzulegen ( Das gilt auch für alle anderen
Deutschen Organisationen und NGO´s)
Ausführliche und Informationen mit weiterem Bildmaterial wurden im Internet bereits Veröffentlicht und alle Missstände wie Verschwendung,
Fehlplanung, sinnlose Projekte, evt. Persönliche Bereicherung, eigennützige Bevorzugung u.a. werden auch weiterhin, soweit es möglich ist ,
veröffentlicht.  Weitere Infos sind jederzeit nachzulesen auf der Seite   www.arugam.info

Anlage : Bilder der NGO und  NICHTDEUTSCHE Staatliche Organisationen
Beachten Sie das Bild des Roten Kreuz

Mit freundlichem Gruß

Horst Poos

Arugam Bay Beer

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Arugambay is lucky to have an Oktoberfest all year round.
Our very own, special brew is available only once a year elsewhere.
All our testing, sampling and quality control efforts are put to the test at the BIG brewer’s event at the Colombo Hillton Car Park, the Sri Lanka Oktoberfest.

see today’s photos here:
http://picasaweb.google.com/arugamsurf/Oktoberfest

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Auslaender unerwuenscht

Die Kriegsparteien in Sri Lanka vertreiben Hilfsorganisationen

Nach dem Tsunami sind ausländische Helfer in Sri Lanka mit offenen Armen empfangen worden. Seit dem Wiederaufflammen des Krieges will man von ihnen nichts mehr wissen.

Andrea Spalinger, Batticaloa

Im Büro einer Schweizer Nichtregierungsorganisation (NGO) in Batticaloa berichtet ein Delegierter konsterniert, seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen Armee und Rebellen Ende Juli sei die Arbeit im Osten Sri Lankas fast unmöglich geworden. Der Mann will nicht namentlich zitiert werden, weil das seine Arbeit nur weiter erschweren würde. Lokale Mitarbeiter der NGO hätten ernste Drohungen erhalten und er wolle deren Leben nicht aufs Spiel setzen.

Machtlose Ausländer

Beim letzten Besuch in der an der Ostküste Sri Lankas gelegenen Stadt hatten Vertreter von Hilfswerken und internationalen Organisationen mit Enthusiasmus ihre Projekte präsentiert. Heute will fast niemand mehr mit Journalisten sprechen, und wenn, dann nur, ohne zitiert zu werden.

Seit der Ermordung von 17 sri-lankischen Mitarbeitern einer französischen Hilfsorganisation im nahe gelegenen Mutur herrscht auch in Batticaloa ein Klima der Angst. Alle Indizien deuten darauf hin, dass die Helfer von Soldaten regelrecht hingerichtet wurden. Nördlich und südlich der Stadt wurde in den letzten Wochen heftig gekämpft. Die Arbeit der «Internationalen» im ethnisch gemischten Osten Sri Lankas ist der Regierung ein Dorn im Auge, und niemand will sich in die Nesseln setzen. «Wir haben das Blatt längst nicht mehr in der Hand», berichtet der Delegierte in Batticaloa. «Die Regierung bestimmt, wo und wie Hilfsorganisationen noch tätig sein können.» Auch andere Helfer aus Europa beklagen eine ähnliche Machtlosigkeit.

In den von den tamilischen Rebellen kontrollierten Gebieten, den «uncleared areas», dürfen ausser dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Uno überhaupt keine ausländischen und internationalen Organisationen mehr arbeiten. Offiziell werden Sicherheitsgründe vorgeschoben, doch sind sich die Gesprächspartner in Batticaloa einig, dass die Einschränkung politische Gründe hat. Die Regierung wolle einfach keine NGO mehr im Nordosten haben. Ausländische Helfer sollten nicht sehen, was dort im Moment geschehe, heisst es.

Tatsächlich treten im schmutzigen Krieg im Osten Sri Lankas beide Seiten das humanitäre Völkerrecht mit Füssen. Tamilische und muslimische Zivilisten werden als Schutzschild benutzt, ins Kreuzfeuer genommen, vertrieben oder in ihre Dörfer zurückgetrieben. Es ist bekannt, dass die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) in den von ihnen kontrollierten Gebieten im Nordosten schwere Menschenrechtsverletzungen begehen wie etwa Zwangsrekrutierungen, Entführungen und Tötungen Andersdenkender. Die abtrünnige LTTE-Fraktion unter Oberst Karuna, die heute mit Unterstützung der Sicherheitskräfte im Osten ihr Unwesen treibt, steht ihnen an Grausamkeiten jedoch in nichts nach.

Die University Teachers of Human Rights, eine Menschenrechtsorganisation aus Jaffna, sehen im drohenden Abzug der Ausländer eine grosse Gefahr für die Zivilbevölkerung. Ausländische Präsenz sei gerade jetzt wichtig. Wenn keine kritischen Augenzeugen mehr da seien, würden die Konfliktparteien alle Hemmungen verlieren. Die Menschen im Nordosten haben Hilfe momentan dringender nötig denn je. Laut dem Uno-Flüchtlingshilfswerk wurden in den letzten Wochen über 200 000 Personen vertrieben. Rechnet man frühere Kriegsflüchtlinge und Tsunami-Opfer hinzu, sind im Nordosten heute über 500 000 intern Vertriebene auf Hilfe angewiesen.

Nach dem Tsunami im Dezember 2004 hatte die Regierung ausländische Organisationen mit offenen Armen empfangen. Millionen von Dollars und Hunderte von Helfern mit Touristen- Visa strömten damals ins Land. Seit kurzem müssen sich nun alle NGO registrieren lassen und für ihre ausländischen Mitarbeiter eine Arbeitserlaubnis beantragen. An und für sich ist das nichts Ungewöhnliches, doch wird die neue Regelung bewusst dazu eingesetzt, Helfer zu schikanieren und zu verunsichern. Bis vor kurzem wussten die meisten der rund 500 Betroffenen nicht, ob sie im nächsten Monat noch hier arbeiten können.

So riskant wie nie

Neben bürokratischen Schikanen machen wachsende Xenophobie und Chauvinismus im singhalesischen Süden den NGO das Leben schwer. In den staatlichen Medien wird massiv gegen «die Ausländer» gehetzt. Alles Mögliche wird ihnen vorgeworfen; von Veruntreuung von Geldern bis hin zu Unterstützung der Rebellen. Martin de Boer, der Delegationsleiter des IKRK in Batticaloa, berichtet, selbst das IKRK, das in Sri Lanka bisher nie mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen gehabt habe, werde angegriffen. «Wir arbeiten heute in einer von Grund auf feindlichen Umgebung», berichtet ein französischer Helfer. Die Arbeit sei im Nordosten zwar nie einfach, aber noch nie so riskant wie heute gewesen.

see the original article:

http://www.nzz.ch/2006/10/22/al/articleEL0RS.html